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Wolfgang Hüttner aus Linz (1959 - 2020): Leidenschaftlicher Reporter im ORF

Aktualisiert: Aug 29

„Alles roger“. Das war regelmäßig die Antwort von Hütti auf die Frage, wie es ihm denn gehe. „Alles roger“ sagte oder schrieb er aber auch, als er bereits von der schweren Krankheit gezeichnet war und mit all seiner Kraft und Zähigkeit gegen sie ankämpfte. Zäh zu sein lag dem geborenen Mühlviertler aus Aigen im Blut. Seine Eltern betrieben lange Zeit das Gasthaus Gmui, Wolfgang fand nach der Schule eine Stelle in der Landes-Sportorganisation in Linz. Als 1981 die Schi-Staatsmeisterschaften am Hochficht über die Bühne gingen, knüpfte Hüttner Kontakt zu Gunther Dressnandt, dem Sportchef der Kronenzeitung. „Der junge Mann hat förmlich gesprüht vor Ideen in der Sportberichterstattung, was mir gefallen hat“, erinnert sich Dressnandt, der Hüttner als Informanten in sein Team holte. Nach acht Jahren zog es den jungen Reporter zum ORF, wo er bald hauptberuflicher Kollege von Manfred Payrhuber und Reinhard Waldenberger wurde. Ungemein ehrgeizig wie Hütti war, berichtete er in all den Jahren über alle möglichen Fußball Länder- und Europacupspiele, über Schirennen, aber auch über internationale Großereignisse. Höhepunkt war seine Teilnahme bei den olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta. Nach und nach zeigte sich Hüttis Begabung, Menschen in Begeisterung zu versetzen. Der ORF betraute ihn daher zusätzlich zu seinen Sportreportagen mit der samstäglichen Marktsendung “Arcimboldo“ und mit volkstümlichen Abendsendungen. Hüttis Markenzeichen waren Interviews, in denen bei allen wichtigen Informationen die Unterhaltung nie zu kurz kam. Ein weiteres Kennzeichen des früher starken Rauchers war das enorm schnelle Sprechtempo, das seine Hörer mitunter forderte. Absolut in seinem Element war Wolfgang Hüttner bei den vielen Live-Auftritten wie der Schlagerbühne des ORF Oberösterreich auf dem Linzer Pfarrplatz, wo er „die Massen zum Toben brachte“, wie der ORF in seinem offiziellen Nachruf schreibt. Sehr viel Freizeit gönnte sich Hüttner nicht. Die Kollegen im ORF bezeichnete er oft als „seine Familie“, wie Gernot Ecker erzählt, der mit ihm seit Ausbruch seiner Erkrankung regelmäßig im Kontakt stand. Ganz wichtig für ihn waren freilich etliche Urlaubsreisen mit seinem 27-jährigen Sohn Johannes aus einer früheren Beziehung, eine später geschlossene Ehe ging wieder auseinander. Mit Johannes besuchte Wolfgang unter anderem Barcelona, Mallorca oder Gran Canaria und selbstverständlich viele große Fußballspiele. „Super super“ seien sie gewesen, sagte Hütti danach oft in seinem typischen Stakkato. Als die Krankheit nach einer kurzfristigen Besserung wieder schlimmer wurde und Hüttner bereits palliativ betreut wurde, ließ er gerne hören: „Ein Mühlviertler gibt nicht auf und überhaupt sei „alles roger“.




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