Suche
  • bert brandstetter

Walter Howorka aus Linz (1935 - 2019): ein Leben am Klavier und an der Orgel

Alles begann mit dem Kino. Der Vater Howorkas war Jahre lang Klavierspieler im ehemaligen Linzer Phönix-Kino, das dessen Frau gehörte. Dort begleitete er die damals gängigen Stummfilme und an seiner Seite saß oft der kleine Walter. Das Spiel seines Vaters war ansteckend. Walter spielte ebenfalls „seit er vier Jahre alt war, mit fünf lernte er die Noten, mit sechs das Lesen“, sagt Sohn Stefan. Das Klavierspiel optimierte er am Brucknerkonservatorium, zugleich lernte er Orgel an der Linzer Musikschule. Schon mit 16 spielte er in der Herz-Jesu-Kirche. Musik war das große Thema im Leben des Walter Howorka, an eine Karriere als Konzertpianist dachte er dennoch nicht, noch kurz vor seinem Tod sagte er seinem Sohn, er hätte das für sich als Engführung erachtet. Außerdem aber warf den hoffnungsvollen Musiker eine schwere Krankheit aus der Bahn, als er um die 20 war. Nach der Genesung fand er Beschäftigung als Beamter im öffentlichen Dienst. Trotzdem ließ ihn die Musik nicht los. Er absolvierte am Konservatorium neben seinem Beruf die Ausbildung zum Kapellmeister und wurde von da an als Korrepetitor der angehenden Sänger und Tänzer eingesetzt. Musik blieb aber auch in der spärlich gewordenen Freizeit ein wichtiges Element in der Familie, da auch seine Gattin Elisabeth eine leidenschaftliche Sängerin war. Gemeinsam sangen sie im Brucknerchor, im Chemiechor und im ehemaligen Friedlchor in Dornach, dem heutigen Chor Cantalentia. Howorka war ab 1982 sogar über zehn Jahre lang dessen Leiter. „Nach den Proben waren wir Sänger oft bei den Howorkas privat in deren Wohnung eingeladen und großzügig bewirtet, erinnert sich der Obmann des Chores, Franz Blumenschein. In späten Jahren startete Howorka noch ein Studium der Musikwissenschaft. Um seine beiden Enkel aber betreuen zu können, brach er dieses Studium dann jedoch ab. „Am Klavier ist Walter Howorka aufgeblüht“, sagt auch der jetzige Cantalentia-Chorleiter Christoph Holz und Sohn Stefan verweist auf die unzähligen Melodien vor allem von Operetten, die sein Vater bei vielen Gelegenheiten frei zu interpretieren verstand: „An der Orgel waren seine Spezialität geclusterte Harmonien, sehr verehrt hat er natürlich Anton Bruckner“. Als bescheiden, gutmütig und immer neugierig beschreibt Sohn Stefan seinen Vater.



2 Ansichten

0043 664 4559171

©2019 Gute Nachrede. Erstellt mit Wix.com