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  • bert brandstetter

Silvia Kitzberger aus Pollham (1956 - 2020): Powerfrau für viele Unternehmen

An einem sonnigen Tag irgendwo an einem griechischen Meeresstrand in einer kleinen Taverne sitzen und dabei vielleicht einen knusprigen Tintenfisch genießen: Das war für Silvia Kitzberger so richtig himmlisch. „Sonne, Sand und Meer waren die wichtigsten Elemente zur Erholung meiner Frau“, bestätigt Alois Kitzberger, der Landesinnungsmeister der oberösterreichischen Tischler, der mit dem Tod von Silvia nicht nur seine Frau, sondern auch seine Stütze in der Firma verloren hat. Nicht nur er, Silvia betreute neun weitere Tischlereien und viele andere Firmen als Buchhalterin, weil ihr eine alleine zu wenig war. Als Powerfrau wird Silvia beschrieben, die auch schon einmal hart werden konnte, wenn etwas nicht so lief, wie sie es sich vorstellte. Dabei hatte sie nach seiner Aussage vor allem einen weichen Kern. Silvia, die schon 30 Jahre seine Partnerin, aber erst ein Jahr seine Ehefrau war, erwies sich zum Beispiel als Spezialistin der Küche. Selbst von klein auf Vegetarierin, zauberte sie ihrem Alois die köstlichsten Fleisch- und Wildgerichte auf den Tisch, „ohne das alles auch nur einmal gekostet zu haben“, staunt Alois, der mit Silvia zusammen aber liebend gerne Fische verzehrte und sich dabei an viele Urlaube in Griechenland erinnert, ihrem Lieblingsland, das sie gerne auch mit dem Motorrad von Insel zu Insel hüpfend durchquerten. Vor drei Jahren waren es die USA, wo sie mit einer Harley Davidson in zwei Wochen 4300 Kilometer herunter radelten. Silvia saß immer auf dem Rücksitz, auch bei ihren vielen Fahrten in Europa, etwa auf den Südtiroler Pässen. „Die Maschine war unser gemeinsames Hobby“, schwärmt Alois über die vielen Ausfahrten. Aufgewachsen ist Silvia Haibl in Neuhofen an der Krems. Nach der Pflichtschule erlernte sie Bürokauffrau, erlangte bei einem ihrer ersten Jobs bereits die Prokura, war dann Chefsekretärin in einem Welser Betrieb, dann Personalchefin bei Trodat und schließlich Prokuristin im amerikanischen Spielzeugkonzern Toys „R“ Us in Haid. Irgendwann im Jahr 1989, Alois weiß noch das genaue Datum, lief ihm Silvia in einer Linzer Lokal über den Weg. Es muss augenblicklich gefunkt haben, Alois holte sie sofort zu sich in seine Tischlerei nach Pollham und ihr gemeinsamer Weg begann. Es war eine Bilderbuchbeziehung, Silvia fand große Freude an ihrem Hund und den beiden Katzen und entdeckte vor 10 Jahren die Leidenschaft zum Malen. Es waren Aquarelle mit abstraktem Hintergrund, die sie entstehen ließ und sogar zweimal in größeren Vernissagen ausstellen konnte. „Vielleicht hat Silvia zu wenig auf sich geschaut“, fragt sich Regina, eine ihrer Freundinnen. „Sie war ja so ungemein hilfsbereit und fleißig“, sagt sie, was Sonja, eine weitere Freundin damit ergänzt, dass Silvia „immer da war, wenn man sie gebraucht hat“. Ein wenig Freude machte sie sich gern beim Einkaufen, aus Linz sei sie nie ohne irgendwelche Textilien heimgekommen: „Nie recht teuer, aber sehr hübsch zum Anschauen“, wie Gatte Alois attestiert. Selbst kinderlos geblieben, erwies sich Silvia im Verwandten- und Bekanntenkreis als überaus kinderlieb. Vor zwei Jahren dann der große Schock: Zungenkrebs. „Es war bewundernswert, wie sie dagegen ankämpfte“, sagen ihre Freundinnen und eigentlich hätte sie die Krankheit auch schon überwunden gehabt, als sich Metastasen zeigten und sie im August 2019 nur noch ein halbes Jahr zugesprochen bekam. Es ist ein Ganzes draus geworden, was auch Alois auf ihren ausgeprägten Kampfesgeist zurückführt. Noch im Herbst konnte er mit ihr eine zweiwöchige Reise nach Italien unternehmen. Es war die letzte Ausfahrt vor ihrem Tod.



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