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Rudolf Leeb aus Perg (1936 - 2019): Ein wichtiger Chronist der Stadt

Wann immer sich in Perg Ungewöhnliches ereignet hat, war er mit dabei, noch dazu an vorderster Stelle: Rudolf Leeb verstand es, mit seinen Filmkameras große und kleine Ereignisse festzuhalten und so zu einem fast unverzichtbaren Chronisten zu werden. „Er hat die Zeitgeschichte der letzten 50-60 Jahre fast lückenlos festgehalten, ich sehe ihn immer mit seiner Kamera vor mir“, sagt Franz Hiesl, der ehemalige Landeshauptmann-Stellvertreter. Früher war es die Super-8-Kamera, später ist Leeb auf die moderne digitale Technik umgestiegen und hat sein umfangreiches Filmarchiv ebenfalls digitalisiert, „was für das bevorstehende 50-Jahr-Jubiläum der Stadterhebung sicher von Bedeutung sein wird“, wie Hiesl vermutet. Rudolf Leeb gehörte aber auch in mehrfacher anderer Hinsicht zum Stadtbild von Perg. Als Mitglied verschiedener Vereine war er gern gesehen, außerdem konnte man sich „nach ihm die Uhr richten“, wie Bezirksjägermeister Ulf Krückl erzählt. „Mit seinen Freunden traf er sich regelmäßig zur exakt gleichen Zeit, trank mit ihnen einen Kaffee und ein Achterl Wein und schon war er beim nächsten genau geplanten Treffpunkt“. Genauigkeit und Verlässlichkeit: diese Charaktereigenschaften machten Rudolf Leeb auch schon zu Berufszeiten aus. Der Chef der Fahrschule Nefischer, bei der Leeb seine letzten 35 Berufsjahre verbracht hat, bestätigt das und behält seinen langjährigen Fahrlehrer in bester Erinnerung. „Mit dem Auto zu fahren war ein lebenslanger Traum meines Mannes“, sagt Witwe Rosa, mit der er drei Töchter, vier Enkerl und den geliebten 2-jährigen Urenkel Janik teilt. Begonnen hat die berufliche Karriere von Rudolf Leeb bei den Steyr-Werken, dann wechselte er als LKW-Fahrer zur Firma Petschl, fuhr LKW bei der Baufirma Halatschek und wechselte 1960 in den Beruf des allseits geachteten Fahrlehrers. „Viel Zeit hat mein Mann nicht daheim verbracht“, erinnert sich seine Frau Rosa, sie musste sich ihren Mann nicht nur mit den diversen Vereinen, sondern vor allem auch mit den Jägern teilen. Bei ihnen übernahm er die Ausbildung der jungen Jäger und der Schutzorgane, zugleich baute er den Jagd- und Wurfscheiben-Club JWC auf. „Jeden Freitag war der Rudl am Schießstand zu finden, er hat für den JWC wirklich viel gemacht“, sagt Hans Payreder, ein enger Freund des Verstorbenen. So gern Leeb früher selber gern gejagt hat, so sehr verlegte er sich in den letzten Jahren auf die Beobachtung des Jagdgeschehens. „Unzählige Stunden verbrachte er mit seiner Kamera zum Beispiel vor einem Fuchsbau und lieferte danach wunderbare Filmszenen“, wie der frühere Gymnasialdirektor Gerd Grün oft miterlebt hat. Das besondere Interesse Leebs galt neben vielen anderen Vögeln speziell dem Uhu. Als geselliger Mensch ist ihm und vielen, die ihn gekannt haben, sein herzliches Lachen in Erinnerung. „Gewünscht hat er sich immer, möglichst rasch zu sterben“, weiß Grün. Dieser Wunsch ist Rudolf Leeb in Erfüllung gegangen. Bei einer Streckenlegung in Arbing am vergangenen Freitag hat Leeb wie immer noch gefilmt, in der darauffolgenden Nacht ist er im Schlaf gestorben.



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