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  • bert brandstetter

Rudolf Klauser aus Molln (1939 - 2020): Der Rudi von der Post

„Der Vater hat uns drei so akzeptiert, wie wir eben waren“, sagt Andreas Klauser, der es als CEO der Firma Palfinger AG zu einem international bekannten Wirtschaftsmann gebracht hat. „Freilich hat er sich gefreut, dass aus uns was geworden ist, aber er hat es nie groß vor sich hergetragen“. Freilich, als Andreas noch Case-Chef in Steyr war, wurde sein Vater der erfolgreichste Verkäufer von Steyr-Traktoren in seiner Gegend. „Er hat es für sinnvoll gehalten, dass ein Traktor aus Österreich gekauft wird und machte bei seinen vielen Fahrten mit seinem immer roten Fiat Panda bei allen Bekannten dafür Werbung“, sagt Andreas. Erfolgreich eben. Nach großem Erfolg schaute es bei seiner Geburt noch nicht gerade aus. Seine Eltern betrieben das Gasthaus Ebner auf der Mollner Sonnseitn, Rudolf war ihr einziges und gut behütetes Kind. Rudi kannte die Krumme Steyrling wie seine Hosentasche und spielte viel Fußball, aber auch am Akkordeon muss er sich versucht haben, denn die Familie weiß ihn als gefragten Spieler beim Mostbauern. Sogar in einer Tanzkapelle trat er mit der Quetschn auf, so wie er sich überall sehen ließ, wo man ihn gebraucht hat. Beim Mollner Männergesangverein zum Beispiel, aber auch im Kirchenchor, und das nicht nur wegen seiner hellen Tenorstimme, die bis zuletzt bei kaum einer Probe oder Auftritten fehlte, wie Obmann Michael Tölzl bestätigt. Rudi war ein lustiger und hilfsbereiter Mann, auf den man immer zählen konnte. Das tat auch Herta Priller aus der Breitenau, mit der er 1964 Hochzeit feierte. Andreas, Eva-Maria und Rudolf-Peter wurden die Kinder getauft und das Glück der Familie war perfekt, als Rudi Amtsdirektor der Mollner Post wurde. Er war ein legendärer Postmeister. Der Dienst am Kunden war ihm heilig, verlorene Briefe suchte und fand er sogar am Wochenende, wenn es sein musste. Tüchtig wie er war, saß er bald sowohl in den Gemeinderäten der Pfarre als auch der Gemeinde. Dort engagierte er sich für das Museum im Dorf, für die Wassergenossenschaft oder für die Caritas. Für sie war er regelmäßig als Haussammler unterwegs. „Unser Vater war ein sehr gläubiger Mensch, er hat sich in unserer Erziehung aber auch als sehr tolerant erwiesen“, sagt Sohn Rudolf Peter. Ausgezeichnet hat Klauser ein unbestechlicher Sinn für Gerechtigkeit, den er aufrecht einsetzte, wenn etwa Kinder türkischer Familien ungerecht behandelt wurden. Rudi redete aber nicht nur, sondern wurde aktiv, indem er ihnen am Sonntag Nachhilfe in Deutsch erteilte. Seine Familie begeisterte Klauser im Sommer bei Wanderungen in die Berge, in die Feichtau oder beim Schwammerlsuchen am Hengstpass. „Hinaus in die frische Luft“, das war sein Motto. Im Winter schnallte er seine 2,10 m langen Kästle Schier an und lieferte vor den Augen seiner Kinder mitunter legendäre Stürze. Gern hätte er das wohl auch noch mit seinen vier Enkelkindern gemacht, ein Hüftleiden verhinderte in den letzten beiden Jahren aber sogar sein geliebtes Radfahren. Statt dem stand er den Vieren aber gerne mit Rat und Tat zur Seite, wann immer sie etwas von ihm brauchten. Sein Tod kam mehr als plötzlich. Tröstlich ist den Verwandten und Freunden, dass Rudolf Klauser einfach und schmerzlos eingeschlafen ist.




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