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RR Karl Danzer aus Ahorn (1950 -2020): Drehscheibe für ganz Ahorn

Aktualisiert: Sept 7

Ganz bestimmt wäre der aus Mauthausen stammende Karl Danzer ein erfolgreicher Mann der Wirtschaft geworden, hätte ihn nicht so früh der Blitz der Liebe getroffen. „Aber es herrschte damals Lehrermangel, wir wollten heiraten und einen sicheren Beruf haben“, weiß Berta Danzer noch ganz genau den Grund, warum sie beide dann an die Pädagogische Akademie der Diözese gegangen waren und Karl kein Wirtschaftsstudium begonnen hatte. Sie wurde Volksschullehrerin, ihr Karl Hauptschullehrer für Mathematik, Geografie und Sport. Nach dem Studium wurde geheiratet, 1974 kamen die Kinder Christoph und 1975 Ursula zur Welt, das Glück der jungen Familie war perfekt. In Ahorn wohnten, in Helfenberg unterrichteten sie. Aber die Danzers hielten ihre Sinne offen für ihre Welt im Kleinen und im Großen. Die Kultur, das Soziale, die Politik, die Natur, aber auch gesellschaftliche Aspekte ließen sie nicht zu kurz kommen. „Der Karl war der logische Nachfolger als Bürgermeister von Ahorn. Er hatte in der Gemeinde allergrößte Akzeptanz und er war beliebt, aber er wollte nicht Schulinspektor und Bürgermeister in einer Funktion sein“, sagt Josef Hintenberger, der dann statt Danzer Bürgermeister geworden ist. Karl machte ihm den Vizebürgermeister, insgesamt saß er über 20 Jahre im Gemeinderat und brachte sich beim Bau des Amtshauses in Helfenberg oder bei der Errichtung des Bauhofes engagiert ein. Diese Erfahrung in Bausachen kamen Danzer sehr gut zustatten, als es darum ging, für die Pfarre Traberg 2010 ein Pfarrheim und fünf Jahre später die Aussegnungshalle zu bauen. „Wir sind ja eine kleine Pfarre mit wenig Geld. Karl Danzer brachte als Pfarrkirchenrat seine ganze Kompetenz ein, dass wir das geschafft haben“, streut ihm Pater Meinrad Brandstätter Rosen. Wenige Jahre zuvor machte sich Danzer schon Verdienste bei der Anschaffung einer neuen Orgel für Traberg. Beruflich war Danzer ab 2000 Bezirksschulinspektor von Rohrbach. Sein damaliger Chef Präsident Johannes Riedl erlebte ihn als „engagiert, selbstkritisch und immer ein bisschen verschmitzt“. Danzers realistische Sicht der Dinge hatte Einfluss bis ganz oben, amtierte doch in dieser Zeit sein Freund und Tarockpartner Reinhold Mitterlehner als Vizekanzler: „Als es 2008 darum ging, den Schulen Autonomie zu geben, war es Karl Danzer, der sich in direktem Kontakt bei mir dafür einsetzte, dass die regionalen Interessen der kleinen Schulen nicht übersehen werden“. Immer wieder saßen die beiden Ahorner gern beisammen und führten bei diversen Tarockspielen oft lange Diskussion in der Stube der Danzers. Unter anderem ging es dabei um ein weiteres Herzensanliegen von Karl Danzer als Obmann des Kulturvereins: die Wiederbelebung der alten Burg Piberstein. Bis in seine letzten Tage galt ihr sein Interesse. Sie wäre ein Steinhaufen und nicht ein kulturelles Zentrum im Oberen Mühlviertel, hätte er die Sanierung nicht in Angriff genommen. Auch der bis heute nicht wirklich geklärte Großbrand im Jahr 2002 konnte sein Engagement für Piberstein nicht bremsen. Mit ähnlich voller Kraft kümmerte er sich seit 15 Jahren um ein Projekt seines Lehrerkollegen Hans Veit in Sri Lanka, wo es galt, ein Waisenhaus, eine Gemeinschaftshalle und zahlreiche weitere Projekte aufzubauen, insbesondere nach dem Tsunami von 2004. „Charly stand voll dahinter und hat das Projekt auf Sri Lanka auch besucht“, sagt Veit. „Und ich war natürlich dabei“, ergänzt Berta Danzer, die ihren Karl auch ansonsten nicht alleine ließ: „Auf Piberstein haben wir zum Beispiel miteinander Steine geschleppt“. Solange es gesundheitlich ging, war Danzer auf dem Tennisplatz oder auf Schipisten zu sehen. „Onkel Karli wirkte nach außen hin zwar verantwortungsbewusst und sachbezogen, privat konnte er aber sehr lustig sein“, erzählt Stefan Grasböck. Besonders taute er auf im Kreis seiner Familie mit den inzwischen vier Enkelkindern. Die Älteste, Viktoria, haben die Großeltern Berta und Karl sogar in den USA besucht, als sie dort als Aupair arbeitete. Eine weitere Leidenschaft von Karl Danzer galt der Jagd. Dem erfolgreichen Heger, der er vor allem war, wurde vor zwei Jahren der Goldene Bruch verliehen. Und die Gemeinde ehrte Danzer mit der höchsten Auszeichnung, die er erreichen konnte: dem Ehrenring. Sein relativ früher Tod ringt dem Leben Danzers weitere Anerkennung ab. Seit seinem 30. Lebensjahr hatte er gegen diverse Krebserkrankungen mit mühsamen Rehabilitationen zu kämpfen, eine letzte Operation setzte seiner bis dahin ungebrochen positiven Lebenseinstellung ein Ende.




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