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  • bert brandstetter

Egonald Maurer aus Traun (1941 -2020): Stiller politischer Kämpfer für ein besseres Leben

Schon sein einzigartiger Vorname machte aus Egonald Maurer eine Besonderheit. Dabei wollte der Taufpriester bloß einen offiziellen Heiligen als Patron für den neugeborenen Buben haben, der eigentlich Egon heißen sollte. Die Eltern tauften also einen Egonald, für sie und die allermeisten Freunde blieb er jedoch der Egon. Ohne offensichtlichen Anlass zog es den jungen Burschen recht früh zum Werkstoff Metall, mit 20 war er bereits Schlossermeister. Sein zweiter Hang galt Menschen mit allen möglichen Benachteiligungen. Egon Maurer stieg 1961 in das neu gegründete BFI ein und schaffte eine Kombination seines erlernten Berufes mit der Ausbildung behinderter Menschen in der geschützten Werkstätte. Als Betriebsleiter ging Maurer dort 2001 in Pension. Er beließ es aber bei weitem nicht mit seiner beruflichen Tätigkeit. Anfangs widmete er viel freie Zeit seinem Hobby, dem Gokart-Fahren. Als Pilot dieser kleinen Motorfahrzeuge brachte er es beim Heeressportverein Hörsching zum Vize-Europameister, unzählige Pokale in seinem Haus zeugen noch von dieser Zeit. Dann galt es, eine Familie zu gründen. Seine Anna Maria, wie er sie nannte, kannte er gut aus Helfenberg, dem Heimatort seiner Mutter. Mit ihr bezog er ein Haus im Trauner Stadtteil Oedt, 1965 und 1969 wurden die Söhne Harald und Roland geboren und es waren vor allem die Wochenenden, wo die Familie ihren viel beschäftigten Vater so richtig erleben konnte. „Meistens fuhren wir zu unserem Wochenendhaus im Salzkammergut. Dort war Platz für uns, der Wald und der Bach daneben boten uns jede Menge Unterhaltung“, erinnert sich Harald. Unvergessen sind ihm aber auch die Fahrten an den Plattensee, „die Vater ungemein schätzte, auch wegen der kleinen Palatschinken, die dort verkauft wurden.“ 1972 startete Egon Maurer eine nebenberufliche Karriere als Kommunalpolitiker der SPÖ in seiner Heimatstadt Traun, die letztendlich 4 Jahrzehnte umfassen sollte, 18 Jahre davon als Planungsstadtrat. Was immer in diesen Jahren an öffentlichen Bauten errichtet wurde, ging über seinen Schreibtisch. „Sein persönlicher Höhepunkt war die Errichtung des Bezirkszentrale des BFI neben dem Trauner Schloss“, findet der damalige Bürgermeister Harald Seidl. So ruhig und besonnen Maurer gegolten hat, so zielstrebig und entschlossen konnte er eingreifen, wenn etwas aus dem Ruder lief, wie etwa beim Umbau des städtischen Hallenbades, wo der Techniker Maurer direkt in die Arbeiten eingriff, wie sich Alt-Bürgermeister Seidl erinnert. Maurer war „Sozialdemokrat von altem Schlag“, wie der damalige SPÖ-Chef Josef Ackerl sagt: „pflichtbewusst, engagiert und einsatzbereit.“ Lob kommt aber auch vom politischen Mitbewerber Josef Pühringer, der mit Maurer im Gemeinderat saß, bevor er in die Landespolitik aufstieg: „Maurer war ein stiller und fleißiger Kollege, mit dem sehr gut zusammenarbeiten war“. Pühringer war es als späterer Landeshauptmann, der Maurer für seine künstlerische Tätigkeit zum Konsulenten ernannte. Die Kunst war dessen Hobby ab den späten 1970-er Jahren. In seiner Werkstatt widmete er sich als Autodidakt der Metallkunst. Er schuf unzählige Plastiken, von denen etliche das Trauner Rathaus zieren, allen voran der von ihm geschaffene Rathausschlüssel. Und wieder kümmerte sich Maurer als Gründungsmitglied der Trauner Künstlergruppe um andere Kollegen dieser Zunft, so wie er sich im Pensionistenverband um seine Klientel umsah und dort zum Spezialisten für Konsumentenschutz geworden war. Ein schwerer und kaum überwindbarer Schock war ihm der plötzliche Tod seines zweiten Sohnes 2017, an dem er schwer gegrübelt hat. Die letzten Lebensjahre quälte Maurer eine rasch fortschreitende Parkinson-Erkrankung, viele Monate verbrachte er in Krankenhäusern, bis er schließlich sterben konnte.


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