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Richard Starmayr aus Linz (1939 - 2020): Ein Löwenherz für den Kajaksport

Es war ein besonderer Moment, als kürzlich etliche Kajakfahrer die Donau von Linz aufwärts fuhren und in der Nähe des Kraftwerks ihres „Löwenherz“ gedachten, der von einer Sekunde zur anderen gestorben war. Ihr Löwenherz war Richard Starmayr, einer der ganz Erfolgreichen im Kajakverein „Schnecke“. Sechs Staatsmeistertitel, dreimal Vereinsmeister, 1989 bei der Weltmeisterschaft in Dänemark 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze. Selbst der stärkste Wind konnte Starmayr von dieser für ihn so erfolgreichen WM-Teilnahme abhalten. „Bei der Fahrt nach Dänemark kippte der Wohnwagen durch eine Windböe, alle Marmeladegläser meiner Mutter gingen zu Bruch“, erinnert sich Barbara Greinecker, Starmayrs jüngste Tochter. Ganz klar, dass ihr Vater trotz dieses Missgeschicks dem Wohnwagen die Treue hielt. „Ich kann mich an keinen Hotelaufenthalt mit meinen Eltern erinnern“, sagt sie, alle Ziele, vorzugsweise auch in Kroatien, wurden mit dem Wohnwagen erreicht. Die Wiege Starmayrs stand in Wien-Alsergrund, bald nach seiner Geburt zogen die Eltern mit seiner Schwester in die Linzer Bürgerstraße, wo der Vater als Bäckermeister die Starmayr-Bäckerei betrieb. Dessen Hobby war das Kajakfahren im Verein Schnecke. Es ist wenig verwunderlich, dass die Begeisterung für diesen Sport auf Richard überging. Beruflich ging der Filius freilich andere Wege. Ihn faszinierte die Welt des Buchdrucks, er lernte Schriftsetzer und verbrachte beim Wimmerverlag seine gesamten 45 Berufsjahre. Als Abteilungsleiter der Schriftsetzerei ging er 1999 in Pension. Natürlich war er wehmütig, dass quasi mit ihm sein geliebter Beruf ausgestorben war, „Vati hat aber nie aufgehört, sich über Fehler in der Zeitung zu ärgern“, sagt Tochter Barbara, die ihn berufsbedingt als äußerst akribisch und genau erlebt hat. Spaß machte ihm die Weiterbildung durch Lesen und durch die Perfektionierung seiner Englischkenntnisse. Seine weitere Freizeit gehörte, wenn schon nicht seiner Frau und seinen Töchtern, eindeutig dem Kajaksport. „Löwenherz, wie wir Richard immer nannten, hat ziemlich jeden Abend trainiert, er war unser Bester und über viele Jahre eigentlich unschlagbar“, sagt sein Vereinskollege und Freund Manfred Mahrle. Besonders erfolgreich war Löwenherz im Einser und Zweier, er galt als Spezialist im Flachwasser, obwohl er mitunter auch im Wildwasser anzutreffen war. Viele europäische Flüsse kannte Starmayr praktisch nur vom Kajak aus, wissen seine Freunde. Richard Starmayr führte den Verein Schnecke mehrere Jahre als Obmann und zeichnet in dieser Zeit für den Neubau des Bootshauses verantwortlich. Als „ausgeglichene und hilfsbereite Frohnatur“ wird der athletisch gebaute Kollege von Mahrle beschrieben. Ehrgeizig natürlich sowieso, aber das gehöre zu einem erfolgreichen Sportler ja ganz selbstverständlich dazu. Privat war Starmayr zweimal verheiratet. Aus der ersten Ehe stammen die Töchter Maritta und Sabine, aus der zweiten Ehe, die mit dem Tod seiner Frau Renate vor drei Jahren endete, Tochter Barbara. Seinen Töchtern vermachte Starmayr durch sein gelebtes Vorbild das Prinzip, „Ziele bis zum Ende zu verfolgen und nicht vorzeitig aufzugeben“, wie es Sabine Starmayr formuliert. „Er war ein perfekter Motivator“. Von Tochter Maritta war Richard Starmayr dreifacher Opa und Uropa eines kleinen Marvin.

Foto: Sabine Starmayr




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