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Prof. Wolfgang Fürlinger aus Linz (1932 - 2019): Musiker mit Leib und Seele

Als „Kirchenmusiker von Geburt an“ hat sich Wolfgang Fürlinger selbst gerne bezeichnet und das war nicht übertrieben. Musik und vor allem die Kirchenmusik war in der Peilsteiner Lehrerfamilie Fürlinger ein wichtiges Thema, spielte doch Vater Viktor die Orgel im Stift Schlägl und Wolfgang war schon als Fünfjähriger mit dabei. Als Schlägler Sängerknabe perfektionierte er seine musikalische Begabung und entwickelte sie später am Brucknerkonservatorium und am Salzburger Mozarteum weiter. Seinen Brotberuf fand Fürlinger als Lehrer und Musikprofessor, es dauerte aber nicht lange, bis er an die damalige Pädagogische Akademie berufen wurde. Generationen von künftigen Pädagogen bildete er darin aus, wie man Kindern Musik am besten darbieten könnte. „Die Studenten haben ihn geliebt, weil er sein Fach so lebendig und toll gestaltet hat“, sagt Herbert Saxinger, langjähriger Kollege und späterer Landesschulinspektor. „Wolfgang war immer zu brauchen, als begeisterter Improvisator auf der Orgel oder als Komponist. Manche Lieder schüttelte er geradezu aus dem Ärmel, so schnell war er.“ Chorleiter vieler Pfarren griffen immer wieder gerne zu Fürlingers Werken, weil sie spritzig, leicht aufführbar und effektvoll waren, wie auch der frühere Linzer Domkapellmeister Anton Reinthaler bestätigt. Nur zu komponieren reichte Fürlinger aber nicht. Mit Akribie stürzte er sich in die Archive, um vergessene Werke auszugraben. Oft hielt er sich deshalb im Stift Kremsmünster auf, wo er mehr als 200 Werke barocker Meister wiederentdeckte und neu herausgab. Neben der Pädagogischen Akademie der Diözese, an der Fürlinger knapp 30 Jahre unterrichtete, waren die Barmherzigen Brüder in Linz seine Heimat. Seit 1952 spielte er dort fast täglich die Orgel, seit 1958 leitete er den Chor. Eine seiner Kompositionen wurde zur inoffiziellen Hymne der Ordensprovinz. Der Konvent der Barmherzigen Brüder ernannte Fürlinger dafür zum Ehrenmitglied. Geehrt wurde er auch vom Land Oberösterreich durch die Kulturmedaille und das Goldene Verdienstzeichen, er trug den Sylvesterorden und die Ambrosiusmedaille der deutschen Kirchenmusiker. Besondere Freude hatte Fürlinger an seinen beiden Töchtern Greti und Elisabeth, die ihm Gattin Margarete schenkte. Vielleicht um seinen starken Hang zum Zigarettenrauchen auszugleichen, spielte Fürlinger, so lange es ihm gesundheitlich möglich war, einmal pro Woche mit Freunden Fußball. In Erinnerung bleibt er den Musikern durch eine Vielzahl von meist geistlichen Kompositionen, den Kollegen und Freunden sowie seiner Familie als bescheidener und fleißiger Mensch mit einem sehr netten, versteckten Humor.



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