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Prof. Arnold Blöchl (1935 - 2018) Zwischen Volksmusik und Orgelklang

Die Musik und die Technik. Das waren jene Bereiche, die das Interesse von Arnold Blöchl bestimmt haben. Mit der Musik begann er sich bereits als 5-jähriger Bub intensiv zu befassen, und zwar an der Musikschule im tschechischen Krumau. Nach dem 2. Weltkrieg setzte er den Klavier- und Orgelunterricht in Linz fort. Gefördert vom Komponisten Robert Schollum saß Arnold Blöchl bereits mit 11 an der Orgel des Alten Domes in Linz, wo einst auch Anton Bruckner gespielt hatte. Der Orgel sollte Arnold bis ins hohe Alter treu bleiben, ganz besonders stellte er seine spielerischen Fähigkeiten in der Urfahraner Stadtpfarrkirche zur Verfügung, wo er erst vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen sein Organistenamt aufgab. Nie nahm Blöchl auch nur einen Cent als Gage für sein Orgelspiel. Frühere Kollegen erinnern sich, wie er die Strecke zwischen seinem damaligen Mühlviertler Wohnort Oepping und dem Arbeitsplatz in Linz bei jedem Wetter mit dem Moped zurücklegte. In Oepping dirigierte er die Blasmusik, beruflich arbeitete er am Linzer Finanzamt. Erst später bezog er mit seiner Frau eine Wohnung in Linz, in der dann die drei Töchter aufwuchsen, von denen eine bereits gestorben ist. Beruflich wechselte er 1961 in das ORF-Landesstudio, das damals noch am Linzer Brückenkopfgebäude stationiert war: zunächst als Leiter des Archives, später führte er bis zur Pensionierung 1993 die Abteilung Volksmusik. Arnold Blöchl, der vom Bundespräsidenten den Professor-Titel verliehen bekam, erwarb sich einen Ruf als Vielarbeiter. Alles musste in Angriff genommen werden, und das auch noch möglichst schnell. Neben dem Beruf besuchte er die Arbeitermittelschule und studierte auch an der Universität Salzburg. Seine Vorliebe für die Technik kam durch seine Jahrzehnte lange Tätigkeit im ORF voll auf die Rechnung. Blöchl verwendete als einer der ersten Mitarbeiter einen Computer, jede Ausfahrt war bestens organisiert, Arnold wusste über jedes benötigte Kabel oder Mikrophon bestens Bescheid, wissen Kollegen zu berichten. Seine technische Leidenschaft bekamen aber auch die Besucher der Urfahraner Stadtpfarrkirche zu hören: mit seiner Expertise trug er wesentlich zum Kauf einer elektronischen Kirchenorgel bei, die das bescheidene Gotteshaus bei Bedarf sogar mit dem Klang einer Domorgel zu füllen imstande war.


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