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P. Josef Brugger SDB (1927 - 2018): Ein Pater, der gern Nikolaus spielte

Dass Pater Brugger kurz vor dem Fest des hl. Nikolaus die Augen für immer schließen konnte, wirkt auf sein langes Leben betrachtet, äußerst stimmig. Denn es war das Nikolausfest, das er in seinen gesunden Jahren jeweils mit besonderer Intensität gefeiert hat. Als Nikolaus verkleidet besuchte der Pfarrer von Linz-Don Bosco die Mitarbeiter vieler Firmen nicht nur in seinem Pfarrgebiet im Franckviertel, sondern weit darüber hinaus. Regelmäßiges Ziel seiner Besuche waren auch immer wieder Redaktionen von Medien und nicht selten ließ sich Pfarrer „Nikolaus“ Brugger dabei auch verleiten, ein Sprücherl oder eines seiner Lieder zum Anlass passend mit seiner Gitarre zum Besten zu geben, ohne Umschweife auch live im Radio, wenn er gerade den im Franckviertel liegenden ORF besuchte.

Geboren wurde Pater Brugger in Innichen in Südtirol, von wo seine Eltern nach dem Krieg für die Übersiedelung nach Österreich votierten. Mit 18 trat er bei den Salesianern ein, einem Orden, dem die Jugendseelsorge ein besonderes Anliegen ist, in Linz absolvierte er die Arbeitermittelschule, in Benediktbeuern das Theologiestudium, er wirkte einige Zeit als Pfarrer in Klagenfurt und schließlich ab 1975 über 35 Jahre lang als Pfarrer von Linz-Don Bosco.

Am Herzen lag P. Brugger nicht nur der Nikolaus. Als offizieller Schausteller-Seelsorger betreute er liebend gerne auch den Urfahraner-Markt. „Mit einem Liter-Bierkrug auf dem Kopf schaffte mein Mitbruder vor den Musikern ein Knickserl, anschließend übertönte er mit seinem Wunschlied La Montanara am Mikrofon singend sogar die Musikkapelle. So kräftig war seine Stimme“, sagt Mitbruder Pater Siegfried Mitteregger.

In seinem Element war Pater Brugger am Heiligen Abend: „anstatt mit seinen Mitarbeitern im Pfarrhof lange zu feiern, fuhr er zu den Diensthabenden der Feuerwehr oder der Polizei“, erinnert sich Mitschwester Veronika Sturm. Liebend gerne zelebrierte Pater Brugger einmal im Jahr eine Gedenkmesse für die verstorbenen Südtiroler aus Linz, Wels oder Steyr. In seinen ruhigen Stunden tat sich der leutselige Pfarrer als Bemaler von Ostereiern hervor. „Er schaffte es sogar, auf ein Ei das gesamte Vater unser zu malen“, erinnert sich Pater Siegfried an die Kunstfertigkeit seines Kollegen, den ein Schlaganfall 2011 zwang, in das Seniorenzentrum Franckviertel zu ziehen. Täglich sei er dort besucht worden, unter anderem auch oft von seinem Ordens-Mitbruder Ludwig Schwarz, dem früheren Linzer Diözesanbischof.



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