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Othmar Brandstötter aus Traun (1933 - 2020): Vom Verkäufer zum Firmenchef

Er war bereits 44 Jahre alt, als er beschloss, Unternehmer zu werden. Dabei waren die späten 1970-er Jahre wirtschaftlich nicht wirklich rosig. Aber Othmar Brandstötter wusste: wenns schlecht läuft, musst du investieren. Und er tat es. Er gründete die Haus- und Küchentechnik Handels-Gesmb&Co KG mit allen Unsicherheiten, die einen Anfang begleiten. Fachlich war er gut gerüstet. Kaufmännisch ausgebildet und 25 Jahre in einschlägigen Funktionen bei der Firma Schachermayer sehr erfolgreich tätig, traute es sich der in Kleinmünchen in kleinen Verhältnissen aufgewachsene Verkäufer zu, sich auf eigene Beine zu stellen. Seine Spezialität wurde es, beste Marken und neueste Trends der Küchentechnik nicht nur anzubieten, sondern immer auch kurzfristig liefern zu können. Eine zweite Spezialität war seine gewinnende Art, auf Menschen zuzugehen. Das überzeugte die Kundschaft. Aus der kleinen Firma Brandstötters wurde bald ein stabiles Unternehmen mit 50 Mitarbeitern, das sich zu behaupten traut, dass in fast jeder Küche in Österreich irgendein Funktionselement oder ein Accessoir von hkt mit eingebaut ist, oft, ohne dass die Benutzer es eigentlich wissen. Brandstötters Anregungen nahmen bald auf die Hersteller der Küchen Einfluss, profitiert haben davon die Endkunden. Die Firma wurde zu Brandstötters Familie. Jeder Mitarbeiter wurde wertgeschätzt, allen voran stand der Chef in seiner sprichwörtlichen Bescheidenheit. Ihm zur Seite stets Gattin Fritzi, er hatte sie bereits in seiner Lehrzeit kennen gelernt, 50 Jahre waren sie verheiratet, zwei Söhne gingen aus der Ehe hervor. Nachdem Fritzi 2012 gestorben war, versuchte Othmar Brandstötter ihre legendären Kochkünste nachzuahmen und „er schaffte es wirklich, mich täglich zu bekochen“, sagt Brigitte Kornmüller, die eine der drei Geschäftsführer von hkt ist und zuletzt auch die Lebensgefährtin Brandstötters war. Zum 70. Geburtstag zog sich der Chef offiziell von der Firmenleitung zurück, ein Jahr später kaufte er aber noch die deutsche Firma sedia mit ebenfalls 50 Mitarbeitern. Damit hatte Marktführer hkt den Sprung über Österreich hinaus geschafft und Brandstötter eine weitere seiner Visionen wahrgemacht. Weitblickend wie er beschrieben wird, verwundert es nicht, dass er zumindest eine seiner beiden Enkelinnen bereits für den Eintritt bei hkt im Auge hat. Sein Sohn Andreas ist derweil einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens. Ruhestand kannte Brandstötter kaum, sporadisch ließ er sich in der Firma sehen, immer elegant mit Krawatte und Sakko bekleidet, „immer sehr charmant besonders zu Frauen“, schmunzelt Brigitte Kornmüller, die mit den Brandstötters schon lange gut befreundet ist und auch auf Urlaub gefahren ist. Ähnlich dem Ehepaar Rubenzucker, die die private Seite Othmars abrunden: „Wir waren miteinander auf fast allen griechischen Inseln, in europäischen Hauptstädten, in Italien oder auf Madeira. Am liebsten aber haben wir oft Vierer geschnapst“, sagt Hilde Rubenzucker. Wie stark Brandstötter mit dem Leben verwurzelt war, zeigte sich 2018 nach einer schweren Operation. „Nach wochenlanger Bettruhe trainierte er so hart, dass wir wieder Konzerte besuchen konnten“, sagt Lebensgefährtin Brigitte. Klassische Musik war Brandstötter ein wichtiger Ausgleich. Bayreuth, das Brucknerhaus und auch das Musiktheater bedeuteten ihm viel. So wie Kater Charly, der ihn seit 2,5 Jahren treu begleitete. Zwei Tage vor seinem plötzlichen Tod besuchte Othmar Brandstötter noch einmal die Firma in der Eduard Süßstraße, dann schlief er ein. „Kater Charly sucht noch immer nach ihm“, sagt Brigitte.



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