Suche
  • bert brandstetter

Norbert Brandt aus Andorf (1941 - 2019): Leidenschaftliche Fußball-Legende

Die Zeiten, zu denen Norbert Brandt auf den Fußballplätzen groß aufgespielt und aufgetrumpft hat, sind zwar lange vorbei, vergessen sind seine Erfolge aber beileibe nicht. Noch immer wird in Andorf erzählt, wie Norbert mit seinem Bruder Walter in einer einzigen Saison bei 22 Spielen 95 Tore geschossen haben. Oder Norberts Zeit beim ASKÖ ESV Westbahn Linz: zwei Jahre spielte er dort, anlässlich seines Todes wird eine Trauerminute für ihn eingelegt. Immerhin war Brandt 1963 in diesem Verein Landesliga-Schützenkönig. Der Fußball und die Leidenschaft für das runde Leder verließ Norbert selbst im Urlaub nicht, wie der Andorfer Bürgermeister Peter Pichler weiß: „der Norbert fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln sogar in die Türkei oder nach Persien, und was tat er dort? Fotos zeigen, wie er mit der dortigen Jugend gegaberlt hat.“ Nachwuchsarbeit war Brandt auch zu Hause in Andorf wichtig. Seine offene und unkomplizierte Art erleichterte ihm den Zugang zur Jugend. Dass es in Andorf heute einen eigenen Trainingsplatz gibt, sei laut Bürgermeister Pichler vor allem Brandt zuzuschreiben. Seinen Kameraden bleibt er als ungemein gesellig in Erinnerung. „So gesellig, dass er manchmal auch den Abend vor einem Spiel ziemlich viel Zeit am Stammtisch verbrachte“, wie sich Vereinskollege Wolfgang Bauböck schmunzelnd erinnert. „Als begnadeter Fußballer konnte er sich das leisten, damals herrschte aber im Fußball sicher auch noch eine ganz andere Zeit“. Nach der aktiven Zeit übernahm Brandt den FC Andorf als Obmann, später wurde er Ehrenobmann. Das hauptberufliche Leben Brandts gehörte der ÖBB. Nach der Handelsschule in Wels absolvierte er die Ausbildung zum Fahrdienstleiter und übte diesen Beruf bis zur Pensionierung in Andorf, Hörsching und Schärding aus. Privat kommt Brandt aus Wien. Dort wurde er geboren, in Kindestagen mit seiner Familie aber ausgebombt und zur Flucht gezwungen. Aufnahme fand die kleine Familie im Heimatort der Mutter, in Andorf. Dort erlebte Norbert neben seinen fußballerischen Höhenflügen kurz nach der Scheidung von seiner Gattin im Tod seiner älteren der beiden Töchter auch seine größte Niederlage. „Silke starb mit 14 an einem Kopftumor. Dieser Schock hat ihn ein Leben lang nicht losgelassen“, sagt sein Cousin Heinz Dolzer. Es stimme, dass dieses Ereignis aus Norbert einen anderen Menschen gemacht habe. Und doch: „Norbert stellte sich so lang er konnte immer auf die Seite der Benachteiligten und erwies sich ihnen gegenüber sehr großzügig. Oft ist er am Weihnachtstag nach Wien in die Gruft gefahren, um dort Obdachlose zu beschenken und Zeit mit ihnen zu verbringen“, berichtet Cousin Heinz Dolzer. Zuletzt habe sich Brandt seiner Gattin durch deren Besuche wieder angenähert, die beiden hätten sich versöhnt und Norbert, bereits von Kopftumor und Lungenkrebs gezeichnet, habe auf diese Weise leichter gehen können.



3 Ansichten

0043 664 4559171

©2019 Gute Nachrede. Erstellt mit Wix.com