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Max Santner aus Gallneukirchen (1955 - 2018): Pragmatischer Weltverbesserer

Wahrscheinlich gibt es wenige Oberösterreicher, deren Tod fast weltweit betrauert wird. Max Santner aus Gallneukirchen ist so einer, obwohl ihn in seiner Heimatstadt nicht einmal die Bürgermeisterin gekannt hat.

Was auch kein Wunder ist: Santner war kaum einmal daheim und wenn, dann nur kurz, um bei seiner Frau Astrid und den Töchtern Lisa und Julia aufzutanken.

"Die Welt ist ein schönes Stück ärmer ohne dich. So vielen Menschen hast du in deinem Leben geholfen, in so vielen Notsituationen hast du dafür gesorgt, dass Betroffene auch wieder an ein 'morgen' denken können," schreibt jemand auf der Kondolenzseite des Roten Kreuzes, für das Max Santner viele Jahre weltweit unterwegs war. Einsatzorte hatte er viele, angefangen von Sri Lanka, wo er 2004 nach dem Tsunami erstmals für das Rote Kreuz engagiert war, über Nepal, das nach dem verheerenden Erdbeben zu einer Art zweiter Heimat für Santner wurde.

Seine letzte berufliche Station führte ihn in den Südkaukasus. In der georgischen Hauptstadt Tiflis leitete er das Büro der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Unbekannt war der gebürtige Urfahraner Santner in Oberösterreich dennoch nicht. Schon vor seiner Zeit beim Internationalen Roten Kreuz tourte er durch die entlegensten Gebiete dieser Erde und hielt daheim darüber Vorträge.

Ganz früher war Max Santner Professor für Geographie und Sport am Peuerbachgymnasium in Urfahr. Nach zehn Jahren zog es ihn aber hinaus in die Welt. "Max brauchte die Freiheit, immer zog es ihn nach draußen," weiß sein Freund Michael Opriesnig, der stellvertretende Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. Santner war ein Glück für das Rote Kreuz: Er galt als Visionär, aber einer von der pragmatischen Sorte. "Er wollte die Welt besser machen, ohne als Gutmensch gegolten zu haben", sagt Opriesnig.


Ähnlich Erich Hanesschläger vom OÖ. Roten Kreuz, der ebenfalls gerne mit Santner zusammengearbeitet hat, "weil er konstruktiv und überlegt arbeitete." Dazu kam sein legendärer trockener Humor, den Mitarbeiter und Freunde so geschätzt haben. "Dann und wann dachte Max aber schon auch an die nahende Pensionszeit," sagt Gattin Astrid. Konkrete Pläne dafür gab es für den 63-Jährigen noch nicht, "aber ein halb- oder ganzjähriger Urlaub irgendwo auf der Welt hätte uns ganz gut gefallen."

Zuletzt war Santner wieder für einige Tage in seiner Heimat Gallneukirchen. Wie immer schnappte er sein geliebtes Fahrrad, nur zwei Kilometer von seinem Haus entfernt fiel er, der so viele gefährliche Situationen heil überstanden hatte, tot vom Rad.

Abschließend ein letztes Posting aus der Kondolenzseite, geschrieben von seinem Freund Sepp Friedhuber: "Lieber Max, würde es mehr Menschen wie dich geben, wäre die Welt eine andere!"



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