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Markus Egger aus Unterweißenbach (1968 - 2021): Immer auf der Überholspur

Langsamkeit war im kurzen Leben von Markus Egger keine Option. Alles musste bei ihm etwas schneller gehen als bei anderen. So beschreibt ihn seine Gattin Simone. Die Pergerin hatte ihn beim Fortgehen in Linz im ehemaligen „Cello“ kennengelernt, nichts ahnend, dass diese Bar schon bald von ihnen beiden als „Blue Berlin Bar“ betrieben werden würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte er mit seiner eigenen Agentur in der Autozubehörbranche bereits sehr großen Erfolg. Bis zu seinem 20. Lebensjahr wusste er noch nicht so recht, wohin sein Weg ihn führen würde. Er musste einiges ausprobieren: das Petrinum in Linz, die HAK in Perg. Eines war ihm immer klar, er war zum Kaufmann und zur Selbständigkeit geboren. Als jüngstes von 4 Kindern wuchs er, behütet von seiner über alles geliebten Oma Amalia, in einer Großfamilie in Unterweißenbach auf. Beide Elternteile führten die Betriebe ihrer Eltern weiter. Mutter Rotraud kümmerte sich um den Ausbau des ehemals kleinen Lebensmittelladens zu einem über die Region hinaus bekannten textilen Ausstatter. Ihr Sohn Markus war noch keine 30 Jahre alt, als ihn der Ruf seiner Mutter erreichte, er würde im Unternehmen als Chef des Modehauses benötigt. Gemeinsam mit Simone, mit der er zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet war, wagte er diesen Schritt in die Zukunft. Ausgestattet mit dem nötigen Gespür für Mode und den Umgang mit ihren Kunden, entwickelten sie das Unternehmen zur erfolgreichen Marke im Mühlviertel. „Markus liebte Herausforderungen“ so Simone Egger, „je mehr Gegenwind er bekam, desto reizvoller wurde die Aufgabe für ihn!“ Am Höhepunkt des Erfolgs erstreckte sich die Firma über sechs Filialen. Für die 120 Mitarbeiter, die er regelmäßig besuchte. Zeit für schnelle Hobbys hatte er dennoch: So wurde er dreimaliger Österreichischer Meister im Bergrally-Bewerb, Vize-Europameister und im Jahr 2003 Sechster bei der Jänner-Ralley. Nachdem er in seiner Jugend Tennis gespielt hatte, kam er als Erwachsener nicht am Golfsport vorbei. Mit Handicup 1 ließ er viele Konkurrenten hinter sich. Karl Feichtmayr hat ihn damals intensiv erlebt und beschreibt Egger als „Perfektionist und Beißer, der aber äußerst nett und gastfreundlich war und mit dem man viel Gaudi haben konnte.“ Mit der Geburt seiner beiden Kinder (Elias 1997 und Stella 2000) wurde Markus zum Familienmenschen. Die Zeit mit ihnen verbrachte er, der das „dolce vita“ so sehr liebte, gerne am Gardasee. Durch seine Tochter Stella, die aktive Springreiterin ist und schon in jungen Jahren sehr von Markus gefördert wurde, entdeckte auch er seine Leidenschaft zu diesem alten Hobby wieder. Allerdings konzentrierte er sich relativ schnell „auf den Stallburschen von Stella“ wie er es gerne nannte. Er feierte zwar selber einige Erfolge in der Seniorenklasse. Sein absolutes Highlight war allerdings 2014 der Gewinn der Europameisterschaft im Mannschaftswettbewerb, den seine Tochter Stella mit „seinem Candy“ in Arezzo / Italien gewann. 2016 trennte er sich von seinen äußert erfolgreichen Trachtengeschäften und wollte zum 1. Mal in seinem Leben etwas kürzertreten. Dieses Versprechen hatte er seiner Frau Simone nach einer dringend notwendigen Operation gegeben. Bei ihren ausgedehnten Reisen entdeckten beide ihre Liebe zu Südafrika. Mit dem eigenen Haus in Kapstadt erfüllten sie sich einen lang gehegten Traum, mit dem sie sowohl Geschäft als auch das Kürzertreten leben wollten. Der Ausbruch der Pandemie durchkreuzte diese Pläne. Die verbliebenen Geschäfte mussten im Lockdown schließen. Das Coronavirus setzte der Branche so sehr zu, dass Markus Egger im Vorjahr durch ein 15 minütiges Video öffentlich Alarm schlug und sich sogar Finanzminister Blüml persönlich bei ihm meldete, um die Situation etwas zu entspannen. „Das hat mir imponiert, wie sich der Egger in Szene gesetzt hat und die Dinge beim Namen nannte“, steuert ihm Mitbewerber Karl Mayr von Fussl-Moden Respekt. Hochachtung erfährt Egger auch vom Unterweißenbacher Bürgermeister Johannes Hinterreither-Kern. Er nennt ihn „Vordenker mit einer guten sozialen Einstellung und wichtigen Arbeitgeber“. Zudem war Markus Egger für 4 Jahre Unions-Obmann der Gemeinde und Sponsor vieler Veranstaltungen in der Region. Auch in Kapstadt engagierte er sich sozial für die Menschen in den Townships. Während ihres letzten Aufenthaltes infizierten sich beide Eggers mit dem Coronavirus. Während sich Simone nach 14 Tagen einigermaßen gut davon erholte, konnte Markus trotz bester Betreuung in einer renommierten Privatklinik, diesen Kampf nicht gewinnen. Er verstarb am 4. Jänner 2021 infolge der Infektion. Als Erinnerung an ihn ist von seinen Südafrikanischen Freunden die „Markus Egger Foundation“ ins Leben gerufen worden, die Straßenkinder im Sport und in der Bildung unterstützt. Eine Spendenmöglichkeit dafür besteht unter: Township Imizamo Yethu in Hout Bay: IBAN AT81 2033 1075 0102 8752




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