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  • bert brandstetter

Maria Schwarz aus Hellmonsödt (1943 - 2020): Ruhepol auf dem Pferdehof

Aktualisiert: März 30

Besser hätte es ihr Mann Josef gar nicht erwischen können: Die fesche Altenberger Bauerstochter war ihm erstmals beim Begräbnis seiner Oma aufgefallen, als sie noch die Haushaltungsschule in Wels besuchte. Aber zwischen ihm und Maria hatte es bereits gefunkt, 1966 wurde Hochzeit gefeiert. Maria betrat damit Neuland, hatte doch Josef den traditionellen Hof kurz zuvor in einen Pferdehof umgewandelt. Als erfolgreicher Traktorverkäufer holte er sich die Anregung dafür auf dem britischen Schloss Windsor, das er auf einer Dienstreise besuchen konnte. „Maria tat sich sofort leicht mit den Pferden, sie ritt sogar auf die Felder, um unseren Arbeitern die Jause zu bringen“, erinnert sich Josef Schwarz. Wobei dem Stall wohl ihr Interesse, aber nicht ihre wichtigste Bestimmung galt. Marias Reich war die Küche, die manchmal eher einem Großbetrieb glich als einer bäuerlichen Stube. Bei Turnieren, derer es auf dem Hoanzlgut jede Menge gab, waren mitunter bis zu 200 Personen zu verköstigen. Neben der Betreuung ihrer beiden Kinder Maria und Josef schaukelte das die junge Chefin beinahe mit links, hatte sie doch ihre Ausbildung mit lauter „Sehr gut“ absolviert, worauf ihr Mann mit Stolz verweist. „Sie hat sich so leicht getan, dass sie schon damals gerne jene unterstützte, die es schwerer hatten“. Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und vor allem Apfelschlangerl: Das waren die Spezialitäten, auf die sich Maria am allerbesten verstand, wenn es galt, viele Gäste zu versorgen. „Ihre Apfelschlangerl waren berühmt bis Schweden“, weiß Josef. Manche Turnier-Richter knüpften ihr Kommen an die Bedingung, dass sie unbedingt wieder serviert werden müssten. Dass dafür zuvor tagelang gearbeitet werden musste, versteht sich von selbst. „Frau Schwarz war bei all den vielen Aktivitäten am Hoanzlhof immer der starke Pfeiler im Hintergrund, sie hat sich für die umsichtige Versorgung ihrer Gäste einen Namen gemacht“, findet dazu Bürgermeister Jürgen Wiederstein. Bekannt war Maria Schwarz darüber hinaus für ihren grünen Daumen. So krank konnte eine Pflanze gar nicht sein, dass sie sich unter ihrer Pflege nicht wieder erholt hätte, staunt ihre Familie. Begeisterung konnte sie freilich auch entwickeln, wenn sie Zeuge wurde, wie ihr Sohn Pepi internationale Reiterfolge erzielte. Sie war dabei, als dieser mit erst 12 Jahren in Verona alle Siege abräumte und als „Piccolo“ tituliert wurde und sie war natürlich stolz auf weitere internationale Erfolge. „Überaus nett und hilfreich“ empfand sie Enkelin Therese, die sich oft bei Oma auf dem Hof aufgehalten hat. In Erinnerung bleibt weiters so mancher Tarockabend, den Maria liebend gerne mit Freunden, unter anderem dem damaligen Ortspfarrer Franz Eschlböck bestritten hat. Zeit fand sie auch für ihre Standeskolleginnen, deren Ortsbauernobfrau sie einige Jahre war. Anlässlich ihrer letzter Geburtstagsfeier bekochte sie selbst noch an die 20 Gäste. Klar, dass dabei Apfelschlangerl serviert wurden. Zwei Monate später hörte ihr Herz zu schlagen auf. Einer ihrer letzten Aufträge an die Familie: „Bleibt ruhig, weil ich bin bei Euch!“


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