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Mag. Hans-Jürgen Hackner aus Ebelsberg (1972 - 2020): Gastronom und Menschenfreund

Die Barrique-Bar war das Herzstück in „Hansons“ Leben. Im Haus, in dem einst der Bauernführer Stefan Fadinger 1626 gestorben war, blühte er auf, weil er ständig unter Menschen sein konnte. Auf sie zuzugehen war sein Element, umgekehrt schien er auf Menschen eine faszinierende Anziehungskraft ausgeübt zu haben. Umso brutaler traf Hanson der Lockdown. Nach der ersten Sperre ein zarter Versuch der Wiederbelebung, dann die nächste Totalsperre. Hans-Jürgen, der in seiner Bar dadurch für seine Gäste nicht mehr der „Hanson“ sein konnte, ging die Kraft aus. „Er wollte für sich keine anderen Perspektiven mehr sehen. Aber auch das war irgendwie seine Art“, so seine Mutter Christine. „Hans-Jürgen ist immer mit 150 gefahren, wenn er von etwas überzeugt war“. Aufgewachsen ist Hans-Jürgen in Naarn, wo seine Eltern ein Kaffeehaus führten. Bei seinen Ferialjobs im elterlichen Betrieb erwarb er sich die Kenntnis und Voraussetzungen zur Führung eines Gastronomiebetriebes. Von seinem Vater Friedrich erlernte er auch die besondere Fähigkeit, auf Menschen jeden Alters und Standes zuzugehen. Seine Eltern schrieben ihm 1981 folgende Lebensweisheit ins Poesiealbum: „Wer den Menschen finster begegnet, wird unter ihnen nie etwas ausrichten; glücklich ist, wer Freude erwecken kann.“ Auch anderswo verstand es Hans-Jürgen, mit Menschen umzugehen: So war er Ministrantenführer, Fußballkapitän und er spielte in der Musikkapelle Klarinette und Saxophon. Daneben besuchte er in Perg die Handelsakademie und entwickelte sich auch dort zu einer Zentralfigur, wie seine Kollegin Karoline Lumetsberger-Rief bestätigt: „Der Hacki begründete unsere bis heute bestehende gute Klassengemeinschaft. Er war bei jedem Blödsinn dabei, hatte in jeder Situation einen Plan und erwies sich als fantastisches Organisationstalent.“ Robert Weibold, ein anderer Klassenkamerad, bescheinigt Hacki einen „hohen Gerechtigkeitssinn und als treibende Kraft so mancher gemeinsamer Feier“, etwa des 25-jährigen Maturajubiläums vor vier Jahren mit „vielen ausgefallenen und unvergesslichen Ideen“. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft in Linz leitete Hans-Jürgen Jahre lang das Call-Center der Firma Mediaprint und übernahm 2005 von seinen Eltern die Barrique-Bar in Ebelsberg. Schon während seiner Studienzeit lernte er seine spätere Frau Petra kennen, die Kinder Christoph und Nadine perfektionierten das familiäre Glück in Petras Elternhaus in Neumarkt im Mühlkreis. Die wenigen Stunden, die er für die Familie Zeit fand, waren ihm heilig. Und auch hier erwies er sich als Motor so mancher Veranstaltung, wie zuletzt etwa dem 70-er seiner Mutter, den er mit einer gemeinsamen Fahrt an deren wichtigste Lebensstationen organisierte. Die Zeit, die Hans-Jürgen mit seiner Familie verbrachte, machte er zu einem wertvollen Gut, obwohl er vielbeschäftigt war. „Zu Mittag waren wir meistens für einige Stunden beisammen, abends fuhr Hans-Jürgen in die Bar, die oft bis am Morgen in Betrieb war“, erzählt seine Petra. Dass man auch in wenigen Stunden sinnvoll Gemeinschaft erleben kann, beweist die intensive Beziehung der Kinder zu ihrem Vater. So schreibt Nadine: „Wir behalten dein spitzbübisches Lachen in Erinnerung, deine Eloquenz, dein positives Denken und deine kecke Art. Du warst so positiv. Du fehlst“. Hans-Jürgens Beliebtheit beweisen hunderte Mitglieder einer spontan eingerichteten WhatsApp Gedenk-Gruppe. Berührend das Lichtermeer zahlloser Kerzen vor dem Eingang der Barrique-Bar unter seinem Foto. Und bewegend auch die Versammlung der ehemaligen Mitschüler am vergangenen Sonntag zu Ehren ihres Hacki.




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