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Leopold Aumayr aus Linz (1932 - 2020): Mit Fleiß und Strenge zum Firmenchef

Dass Leopold Aumayr Spengler wurde, war reiner Zufall. Dass aus ihm gar ein allseits beachteter Unternehmer werden sollte, lag aber schon gar nicht in seiner Wiege, die in Pregarten stand. Der kleine Leo wuchs anfangs ohne Vater auf, fand aber später am Spenglerberuf seines Stiefvaters Gefallen. Täglich pendelte er nach Linz zur Spenglerei Herbsthofer, schloss mit dem Meister ab und begann 1965 seinen eigenen Weg. An seiner Seite damals bereits Hildegard, die sich vom ersten Tag an immer nur im Hintergrund hielt. Während er als „Ein-Mann-Betrieb“ werkte, kümmerte sie sich um die Buchhaltung und um die Finanzen. Das tat sie auch, als die Firma später bereits mehrere hundert Mitarbeiter stark war. Doch zunächst genügte ein kleiner Raum in der Leonfeldnerstraße in Urfahr als „Zentrale“. Aumayr konzentrierte sich auf Spengler- und Lüftungsarbeiten. Die Geschäfte florierten so, dass vier Jahre später ein Ausbau nötig war. Auf dem Gelände der ehemaligen Wäscherei Schöllhammer in der Linzerstraße fanden die inzwischen 35 Mitarbeiter ideale Arbeitsbedingungen vor. „Der Vater war immer ein Vordenker“, sagt Sohn Werner, der die Einkaufspolitik des „Alten“, wie Aumayr meist genannt wurde, nicht immer verstand. „Oft wurde uns erst sehr viel später klar, wie unverzichtbar die eine oder andere Maschine war, die er angeschafft hatte“. Prominente Aufträge von der Johannes Kepler Universität, der Nationalbank, dem Austria-Center, aber auch bereits aus dem Ausland machten die Firma Aumayr zu einem Player auf ihrem Sektor. 1983 reiste Minister Josef Staribacher an und verlieh dem Firmenchef das österreichische Staatswappen, das Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich folgte. Abgehoben wirkte Aumayr auch dadurch nicht. „Er griff immer zu und half zum Beispiel auch beim Beladen eines Fahrzeugs, wenn Hilfe nötig war“, erinnert sich Sohn Werner. An arbeitsfreie Zeiten können sich Werner und sein Bruder Leo bei ihrem Vater kaum erinnern. „Sonntag Vormittags fuhren wir mit ihm an die Uni Gitter montieren, der Vater hat uns dafür aber gerecht bezahlt“. An anderen Sonntagen war das höchste der Gefühle eine Fahrt ins Mühlviertel zum Schwammerl suchen, wissen die Söhne. Eigentlich war ihr Vater äußerst unternehmenslustig. Einst besuchte er seinen Stiefvater in Argentinien, ein anderes Mal flog er ohne lange Vorrede nach Afrika und bestieg den Kilimandscharo. Seine Vergangenheit als Leistungssportler kam dem zu Gute. Leopold Aumayr lebte sehr gesund und trank keinen Tropfen Alkohol, nicht einmal bei seinen geliebten Segeltörns auf den Meeren der Welt, wie Anton Leidinger bestätigt: „Der Leo hat nur Wasser getrunken, selbst als bei uns schon der siebente Ouzo auf dem Tisch stand. Wir hatten trotzdem oder gerade deswegen viel Spaß mit ihm und er war voll entspannt“. 1990 fand Aumayr in Steyregg einen idealen Platz für die immer größer werdende Firma. „Er war einer der ersten namhaften Betriebe in unserem neuen Industriegebiet“, sagt Sepp Buchner, der spätere Steyregger Bürgermeister. „Mit Aumayr konnten wir einen richtigen Vorzeigebetrieb an Land ziehen. Ich lernte diese Leute als total fleißig und erfolgreich kennen“. Das Unternehmen expandierte wenig später nach Südböhmen, 2002 kam es zu einer Erweiterung am Standort Steyregg. Zugleich aber fand es Aumayr an der Zeit, die Firma mit den 350 Mitarbeitern an seine beiden Söhne zu übergeben. Er blieb danach zwar „der Alte“, weil er viel auf dem Gelände unterwegs war, fand aber endlich noch mehr Zeit für seine Reisen auf alle Kontinente dieser Welt.




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