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Kurt Azesberger aus Linz (1960 - 2020): Plötzliches Ende eines gefragten Tenors

Schickt eine Familie ihren 10-jährigen Sohn zu den Sängerknaben, rückt eine musikalische Karriere durchaus in greifbare Nähe. Es gibt viele Beispiele dafür, bei Kurt Azesberger war es nicht anders. Beim Schober in Arnreit, wie das Elternhaus genannt wird, wurde viel musiziert, Kurt sang gern und spielte gern auf seinem Pfeiferl. Das tat er auch noch bei den St. Florianer Sängerknaben, wo er aber bald auch schon als Alt-Solist eingesetzt wurde. Das Singen gefiel ihm so gut, dass er es nicht mehr lassen konnte. Im Linzer Musikgymnasium traf er auf den ambitionierten Lehrer Balduin Sulzer, der auch ihn nach Kräften förderte. Unter den Klassenkameraden befand sich Franz Möst, der als Star-Dirigent dann Welser-Möst heißen sollte. Er sagtzum Tod seines Freundes: „Ich kannte Kurt Azesberger seit 46 Jahren, war mit ihm befreundet und durfte sogar sein Trauzeuge bei der standesamtlichen Hochzeit sein. In all der Zeit ist er der bodenständige, ehrliche Mensch geblieben und hat sich auch durch seine Erfolge als Sänger nie verbiegen lassen.“ Aus der Klasse kannte Kurt auch Gabi, die sich zur Geigerin ausbilden ließ und mit Kurt all die kommenden Jahre ein perfektes Duo bildete. Zwei Kinder machten die Familie komplett, Kurt setzte beruflich voll auf den Gesang. Ausgebildet in Wien von Hilde Rössel-Majdan und Kurt Equiluz machten ihn sein klarer Tenor und seine gut verständliche Sprache äußerst begehrt, vor allem bei Bachs Oratorien. Kurt war wohl manchmal auf der Bühne zu erleben, jedoch deutlich seltener als auf vielen Konzertpodien im In- und Ausland. Einer der Höhepunkte dürfte ein Auftritt bei den Salzburger Festspielen gewesen sein. Der ganz große internationale Durchbruch stellte sich freilich nicht ein, vielleicht auch, weil Kurt seiner Familie in Linz nahe bleiben wollte. Das Engagement als Leiter einer Master-Klasse kam dem sehr entgegen, Azesberger wurde zum gefragten Gesangslehrer. Als „Motivationskanone“ bezeichnet ihn Markus Stumpner, der neue Leiter der St. Florianer Sängerknaben stellvertretend für viele andere Studenten. „Kurt hat jedem von uns die möglichen Chancen klar offengelegt und sich um unseren weiteren Weg gekümmert“. Seine Schüler lud Azesberger gerne zu den musikalischen Hochämtern im Stift Wilhering, wo er seit 2014 Stiftskapellmeister war, um ihnen Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen. Unter seinen Sängerkollegen war Kurt als „wahnsinnig fröhlich, ausgleichend und herzlich“ beliebt, wie Christa Ratzenböck sagt. Sein Ruf als exzellenter Weinkenner passt absolut zu diesen Beschreibungen. Ratzenböck erinnert sich an ein Lebensmotto, nach dem sie Azesberger kürzlich gefragt hat: „Sich was Gutes tun und genießen“, habe er geantwortet. Die Nachricht von seinem Herztod beim Radfahren in den Südtiroler Bergen verbreitete sich unter den Musikern blitzschnell. Hier eine kleine Auswahl der betroffenen Reaktionen im Internet: Rektorin Ursula Brandstätter: „Mit ihm verliert die Bruckneruniversität einen überaus engagierten und beliebten Lehrer, der seit 2006 das Institut für Gesang und Musiktheater und damit das ganze Haus durch Jahre hindurch wesentlich geprägt hat. Sein wortgewandter Gesangsstil, sein bedingungsloser Einsatz für die Kunst und für die Studierenden ist unvergessen. Jede Begegnung mit ihm war von menschlicher Ausstrahlung und seinem so herzlichen Wesen getragen.“ Thomas Kerbl: „Fassungslos und tief betroffen danke ich für all die Liederabende, Passionen; für die vielen Gespräche und das gemeinsame Lehren an der Bruckneruniversität.“ Christian Jung: „Unfassbar.... wie abrupt sich die Welt verändert bei einem solchen Verlust! Ich werde seinen Unterricht nie vergessen...“ Jenifer Lary: „Ich bin unendlich fassungslos und traurig über die Nachricht!!! So ein einfühlsamer und inspirierender Lehrer, ebenso toller Liedinterpret.“ Johanna Falkinger: „Es ist schwer zu begreifen... K.aze, Schober, Freiherr von und zu Hagen ist einfach nicht mehr da... Danke für deine Musik, deine Ehrlichkeit, deine Zweifel an mir, die mich immer wieder zu Höchstleistungen angespornt haben, schlussendlich dein Vertrauen in mich und die lustigsten Anfragen für die schönen Messen in Wilhering! Gute Reise, Die Stritzlmühnarin, Neujahrskammersängerin und Mühltallerche Johanna“.Ilia Staple: „Unfassbar“. Eva Maria Marschall: „Er wird mir fehlen“. Richard Architektonidis: „Mit dem Brucknerchor hat Kurt Azesberger viele erfolgreiche Konzerte gesungen.“  Judith Ramerstorfer: „Man kanns nicht fassen... er wird fehlen...“ Xin Wang:„R.I.P, grosser Professor und Musiker, werde nie vergessen seine große Leidenschaft“. Andrea Pözlberger: „unfassbar.... ein großartiger Mensch und Sänger...“ Susanne Puch: „Sein Mond in der Schöpfung vor 30 Jahren ist mir jetzt noch im Ohr.“ Valentina Kutzarova: „Ein sehr großer Verlust...Ein wunderbarer Künstler, toller Mensch und fantastischer Kollege. Wir werden Dich sehr vermissen lieber Kurt!“ Rudi Wiesmayr: „Seinen Schwan bei Carmina Burana im Brucknerhaus werde ich nie vergessen.“ Roman Sandgruber: „Habe so schöne Momente mit ihm erlebt. R.I.P.“



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