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KR Sepp Lehrl aus St. Lorenz im Mondseeland (1948 - 2020): Heimatliebe mit Handschlagqualität

450 Gedenkkerzen auf der elektronischen Todesanzeige, Trauer und Erschütterung, die sich tief in die Gesichter seiner Familie und auch der über 1000 Trauergäste gegraben hatte - der „Eichingerbauer“ Josef Lehrl wurde am 17.Juni 2020 in der Basilika Mondsee für immer verabschiedet. In eine bäuerliche Familie hineingeboren und schon in jungen Jahren mit schier unendlichem Tatendrang und Sinn für Geschäftsmöglichkeiten ausgestattet, begann er sehr früh, eigene Wege zu gehen. Die Anreise zu seinem ersten Arbeitgeber, der Firma Schenker in Salzburg, nutzte er sehr bald, um auch andere Arbeitnehmer aus der Region zum gemeinsamen Arbeitgeber zu transportieren. Seine erste Begegnung auf einer seiner LKW – Touren mit dem damals in der Region noch weithin unbekannten Tennissport führte bald zur Errichtung zweier Freiplätze, anfangs von zahlreichen Menschen ungläubig bestaunt. Aber bereits mit kaum 20 Jahren hatte der Sepp, wie ihn seine Freunde nannten, eine “Nase“ für Trends, sodass in kurzen Abständen weitere Plätze in der Region sowie der Bau einer modernen Tennishalle neben einer mittlerweile ebenfalls neben dem elterlichen Hof errichteten Pension, dem heutigen Wellnesshotel Eichingerbauer, folgten. Aber damit noch nicht genug: Ein Rotwildgehege wurde errichtet, ein Bus- und ein Taxiunternehmen gegründet, eine Reinigungsmittelfabrik erworben sowie in Forstwirtschaft und Wohnimmobilien investiert. So breit gefächert sich die Geschäftstätigkeit von Josef Lehrl ausnimmt, seine Aktivitäten hatten eines gemeinsam: Erfolg. Dieser wurde mit Phantasie, Innovationskraft, Zähigkeit und Herzblut, aber vor allem mit Freude an seiner Tätigkeit, erarbeitet. Seine Tage waren prall gefüllt, trotzdem fand er immer Zeit, seine Expertise auch in öffentlichen und kommunalen Bereichen einzubringen, beispielsweise als langjähriger Jagdleiter der Gemeindejagd St Lorenz, als Vorstand im Tourismusverband, im Einforstungsverband, als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Keuschen oder als großzügiger Förderer zahlreicher Vereine und öffentlicher Einrichtungen. Für die dabei erworbenen Verdienste wurden ihm hohe Landes- und Bundesauszeichnungen sowie der Berufstitel „Kommerzialrat“ verliehen. Auch als Mensch war Josef Lehrl bemerkenswert vielschichtig. Präsent und eindrucksvoll in seiner groß gewachsenen Erscheinung, war er nie um eine freundliche Bemerkung oder auch eine frei herausgesagte Überzeugung verlegen - nie verletzend, oft zum Nachdenken animierend, immer gehaltvoll, immer g’rad heraus, oder, wie es Josef Lehrls Jugendfreund und Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer in seiner Trauerrede formulierte: „Die einzige Ausbildung, die Sepp Lehrl nicht geschafft hätte, ist die Diplomatische Akademie“. Er mochte die Menschen, liebte die Heimat, Gesellschaft und Geselligkeit, aber auch die Natur, die Ruhe und Einsamkeit der Jagd auf dem Schafberg. Dort, dem Himmel nahe, hielt er oft Zwiesprache mit seinem Schöpfer. Er war ein gläubiger Mensch, auch wenn der Mondseer Pfarrer Ernst Wageneder in seiner Predigt dem Vernehmen nach übrigens völlig zu Recht augenzwinkernd monierte, dass wohl er im Hause des Eichingerbauern öfter zu Besuch gewesen wäre, als umgekehrt. Die Quelle seiner Kraft war ohne jeden Zweifel seine Familie. Bevor er 1969 seine Maria heiratete, umwarb er sie traditionsgemäß beim Fensterln. Aber anstatt wie andere Burschen Steinchen gegen das Fenster der Angebeteten zu werfen, griff der junge Sepp innovativ zu Seidenzuckerln. Höchst rfolgreich, denn im Vorjahr wurde Goldene Hochzeit gefeiert. Seiner Maria widmete er 2007 den Hotelzubau mit der Bezeichnung „Marienschlössl“. Die Familie verliert ihr Oberhaupt, Oberösterreich und das Mondseeland einen seiner profiliertesten Unternehmer.




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