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Kons. Dr. Dietmar Fiedler aus Puchenau (1938 - 2021): Jurist mit christlich-sozialer Note

Das Bemühen, korrekt zu sein, überspannt das ganze Leben von Dietmar Fiedler in all seinen beruflichen und privaten Stationen. Das spiegelt sich bereits in der Berufswahl des aus Linz stammenden Petriner Maturanten wider. Gleich nach dem Bundesheer zieht er nach Innsbruck, um dort Jus zu studieren. Mit 23 hat er den Doktortitel in der Tasche und beginnt in Linz eine Karriere bei Gericht als Rechtspraktikant, der 1962 zum Richter am Oberlandesgericht ernannt wird. In der Zeit lernt er auf einem Ball seine spätere Gattin Hildegard kennen, die beiden freuen sich über ihre Kinder Georg und Monika. Von ihm selbst wohl nicht geplant wird die Politik auf Fiedler aufmerksam. Das Angebot, 1965 als Jurist in die Kreditabteilung von Raiffeisen einzusteigen, reizt ihn, bis zur nächsten beruflichen Wegkreuzung im Jahr 1978 leitet er den Bereich Kredit und Zweigstellen. Außerberuflich beginnt sich Fiedler in der ÖVP seiner Heimatgemeinde Puchenau zu engagieren, er übernimmt den Parteivorsitz, wird Gemeinderat, Gemeindevorstand, ab 1979 für zehn Jahre sogar Vizebürgermeister. Die dritte berufliche Veränderung macht Dietmar Fiedler 1978 zum Vorstandsassistenten der Generaldirektion des damals noch in diözesanem Besitz stehenden Landesverlags. Sieben Jahre später wechselt er ein letztes Mal das Metier und wird Geschäftsführer des Behindertendorfes Altenhof. „Mit Dr. Fiedler gab es keine Probleme, er hat als Chef niemandem wehgetan und konnte mit den Bewohnern recht gut umgehen“, erinnert sich der damalige Mitarbeiter Karl Stelzhammer. In diese Lebensspanne fällt auch der Beitritt Fiedlers zum „Ritterorden vom Hl. Grab in Jerusalem“. Als Mitglied dieser Gruppierung machte er sich an hohen kirchlichen Feiertagen sichtbar, indem er mit anderen Kollegen im weißen Ordensmantel mit dem roten Jerusalemkreuz oft in den Linzer Dom einzog. „Kollege Fiedler war bei allem, was er für die Christen im Heiligen Land tat, sehr korrekt und er besuchte oft mit seiner Frau unsere monatlichen Treffen“, erinnert sich der aktuelle Komtur Hans Aigner an Dietmar Fiedler, der selbst einige Jahre diese führende Funktion ausübte. Sein besonderes Interesse, Christen im Orient zu unterstützen, erklärt seine Mitgliedschaft bei „pro oriente“, die durchaus verwandte Ziele verfolgt. „Fiedler gab stets dem Verbindenden den Vorzug gegenüber dem Trennenden“, beschreibt Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer als jetziger Vorsitzender von „pro oriente“ einen seiner Vorgänger. Oder Diözesanbischof Manfred Scheuer: „Dr. Fiedler musste für die Ökumene nicht erst gewonnen werden, er lebte sie.“ Zugute kam den Mitgliedern dieser Organisationen Fiedlers Talent, Reisen zu organisieren. Oftmals führte er Gruppen in das Heilige Land, so gut wie zu Hause war Fiedler aber auch in Griechenland, das er sowohl privat mit der Familie, dann auch mit Gruppen immer wieder gern bereiste. Ein Sprachkurs in neugriechischer Sprache erleichterte ihm die Kommunikation bei seinen oftmaligen Reisen nach Griechenland. Große Freude erlebte Fiedler mit seinen vier Enkelkindern und an seinem philatelistischen Hobby. Über den Verein sammelte und tauschte er europa- und weltweit Briefmarken mit christlichen Motiven aus.




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