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Kan. Josef Edlinger aus Mondsee (1936 - 2021): Seelsorger für das Mondseeland

Aktualisiert: März 27

Halb Oberösterreich musste der frisch geweihte Kaplan Edlinger durchqueren, bis er endlich an seinem Zielort Mondsee als Pfarrer ankam. Geboren in Bad Wimsbach-Neydharting, kam Josef ans Petrinum nach Linz. Wie der Großteil seiner Maturakollegen entschied er sich für den Eintritt ins Priesterseminar. Am 29. Juni 1962 wurde er von Bischof Franz S. Zauner geweiht. Damit begann seine berufliche Odysse. Nach einer ersten Kaplansstelle in Helfenberg ging es nach Liebenau, von dort in das Ennstal nach Ternberg und Sierning. Puchkirchen am Trattberg bot ihm ab 1970 die Chance, acht Jahre lang erstmals als Pfarrer selbständiger zu arbeiten. Als die Pfarre Mondsee frei wurde, bewarb sich Edlinger erfolgreich, wohl in der Absicht, jetzt endlich einmal zu bleiben, was er auch tat. Seiner ausgleichenden Art ist es zuzuschreiben, die damals einigermaßen gespaltene Pfarre zu einen. Fast 30 Jahre sollte Mondsee seine Heimat sein, sein guter Ruf ist auch jetzt noch zu spüren, wo Nachfolger Ernst Wageneder Mondsee bereits wieder verlässt. „Das hat ihm gar nicht gepasst, dass ich nach immerhin auch schon wieder fast 16 Jahren weggehe, aber er hat es schließlich akzeptiert“, sagt Pfarrer Wageneder, der Edlinger nicht nur als längst dienenden Mondseer Pfarrer seit der Aufhebung des Klosters hervorhebt, sondern vor allem auch wegen „seiner pastoralen Leistungen“. Augenscheinlich dabei ist der Umbau des Pfarrzentrums und die Schaffung eines Pfarrhofs im Zuge des Klosterverkaufs in den 1980-er Jahren. „Um das nötige Geld aufzutreiben bin ich des Öfteren mit ihm zu Landeshauptmann Pühringer gepilgert“, erinnert sich Alt-Bürgermeister Otto Mierl, den zu Edlinger eine echte Freundschaft verbindet. „Fast immer kam er an meinem Amtstag am Samstag Vormittag zu mir auf einen Kaffee und wir tauschten dabei die wesentlichen Dinge aus. Zweimal begleitete Mierl seinen Pfarrer auch auf seinen geliebten Pilgerreisen nach Lourdes. Neben der Leitung des großen Pfarrverbandes, zu dem Mondsee gehört, übte Edlinger über 20 Jahre auch das Amt des Dechants von Frankenmarkt aus. Wie gut Edlingers ruhige und fröhliche Art in der Bevölkerung aufgenommen wurde, zeigte sich noch lange nach seiner Pensionierung. „Als Pensionist wurde er zu vielen Taufen oder Hochzeiten geholt und er hat uns damit stark unterstützt“, sagt Nachfolger Wageneder, der Edlinger seinerseits bis zuletzt oft besucht hat. „Im Kollegiatsstift Mattsee, wo Edlinger einer der 12 Kanoniker war, haben wir manchmal mitsammen gekocht und Neuigkeiten besprochen, wenngleich das Kochen nicht ganz so seine Sache war, eher das gute Essen“, wie sich Wageneder schmunzelnd erinnert. „Die Süßigkeiten hatten es ihm angetan“, verrät Altbürgermeister Mierl. Sie waren wohl mit verantwortlich, dass Edlinger auf seiner letzten Station im Seniorenheim St. Klara auf den Rollator angewiesen war. So lange es ihm möglich war, zelebrierte er die tägliche Frühmesse im Sitzen. Seine letzte liturgische Aktion vollzog er durch die Feier des Kreuzwegs in der Kapelle des Altenheims genau 14 Tage vor seinem Tod, wofür er sehr dankbar war, wie Sr. Elsbeth Berghammer berichtet, die Edlinger dabei betreuend begleitet hat. Um Edlinger trauern viele, die je mit ihm zu tun hatten und seine ruhige Art schätzten. Nicht zuletzt die Bürgermeister der zur Pfarre Mondsee zählenden vier Gemeinden, die Kollegen und die Familie.




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