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Josef Kaimüller aus Perg (1943 - 2020): Leidenschaftliches Sammlerleben

Sammeln war eine Leidenschaft, die bei Josef Kaimüller lange schlummern musste, bis sie dann umso intensiver zum Ausbruch gelangte. Der 1943 in Wien geborene Bursch gelangte nach dem Tod seiner Mutter in den Kriegswirren mit seinem Vater nach Perg. Dort ließ er sich zum Tapezierer und Bodenleger ausbilden und arbeitete bis zur Pensionierung in der Firma Synthesa, in der er schon seine Gattin kennlernte und 1965 heiratete. Nach der Pensionierung explodierte seine bis dahin schlummernde Leidenschaft des Sammelns geradezu. Alte Radios, Fahrräder mit Hilfsmotor, Motorräder und Mopeds: Vor „Oldy-Kai“, wie er inzwischen allgemein genannt wurde, war fast nichts sicher, was er als ausstellungswürdig befand. Um seinen Exponaten ein entsprechendes Publikum zu verschaffen, organisierte er jährliche Flohmärkte und gründete dazu die Perger Oldtimer IG. Dass der Platz für alle Sammelstücke im eigenen Haus in der Gartenstraße allmählich zu klein wurde, versteht sich. Oldy Kai riss den 1975 gebauten Oldyschuppen weg und ersetzte ihn durch einen stattlichen Containerbau. Seither konnte er „unzähligen Interessierten die Faszination der Zweirad- und Radio-Nostalgie näherbringen“, wie die OÖN 2015 schrieben. Die Mitglieder von Vereins- und Schulausflügen konnten dort eine wundersame Zeitreise erleben. „Er habe einfach vermitteln wollen, wie das alles früher bei uns war“, schrieb die Zeitung zum 10. Geburtstag des Museums. Im Lauf der Jahre gesellte sich zur Sammlung eine kleine Greißlerei mit Gütern vergangener Zeiten wie Bensdorp-Schokolade um einen Schilling, Malzkaffe oder einer alten Registrierkassa. Die Sammelleidenschaft dürfte Kaimüller von seinem Vater geerbt haben, der schon in den 1920-er Jahren mit Begeisterung Notgeld gesammelt hatte. Zeit für gänzlich Privates fand Oldy-Kai kaum. Seine freie Zeit verwendete er lieber für Fahrten zu internationalen Flohmärkten, wo er mit viel Gespür weitere Ausstellungsstücke gefunden und nach Hause transportiert hat. Voll des Lobes für die Aktivitäten Kaimüllers ist der Perger Bürgermeister Anton Froschauer, der ihn als „stets freundlich und sehr kooperationsbereit“ beschreibt. Eine schwere Erkrankung setzte seinem Leben ein unerwartet rasches Ende. Wie es mit dem Museum nach dem Tod von Oldy Kai weiter geht, ist laut seinem gleichnamigen Sohn noch unsicher. Um Josef Kaimüller trauern neben seiner Gattin zwei Kinder, zwei Enkel und zwei Urenkelkinder.





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