Suche
  • bert brandstetter

Johann Schausberger aus St. Panthaleon (1941 - 2020): ein "leuchtender Luchs" als Pfarrer

Nicht einmal engste Wegbegleiter wissen, was es mit dem Spitznamen Luchs oder Lux auf sich hat, den Hans Schausberger seit seinem 10. Lebensjahr getragen hat. Sein Bruder Alois vermutet, Hans habe den Luchs im Petrinum ganz einfach von ihm geerbt, weil auch er, der um sieben Jahre ältere Bruder, wegen seiner Augen damals so genannt wurde. Lux heißt aber auch Licht. Und Hans galt schon im Petrinum als ganz besondere Leuchte, seine Mitschüler und Priesterkollegen Hans Wührer und Ernest Bauer wissen in Hans einen beständigen Vorzugsschüler. Hermann Kronsteiner wiederum haben die besonderen Augen des damaligen Erstklasslers fasziniert: „Die strahlen so wie ein Bräutigam seine Braut anstrahlt“, soll er gesagt haben. Aufgewachsen ist Hans Schausberger als Fünfter von fünf Buben auf dem Felleitnerhof in der Ohlsdorfer Ortschaft Hafendorf. Seine Eltern sollten nach ihm noch sieben Kinder bekommen. Wenigstens ein Sohn sollte Priester werden, habe sich die Mutter immer gewünscht, bei Hans wurde ihr dieser Wunsch erfüllt. Nach verschiedenen Kaplansposten kam er 1972 als Seelsorger nach Riedersbach, 2007 übernahm er St. Pantaleon als Pfarrer, zehn Jahre amtierte er als Dechant im Dekanat Ostermiething. Seine Verbundenheit mit den Menschen dieser Region stellte er einen Sommer lang unter Beweis, indem er so wie viele Männer im Kohle-Bergwerk Trimmelkam arbeitete. „Ich gehe ins Bergwerk, ihr dafür in die Kirche“, war sein Deal. „Er war ein ganz einmaliger Seelsorger und Freund“, sagt Josef Pfaller, der Obmann des Pfarrgemeinderates in St. Pantaleon. „Hannes war gesellig, hatte gern die Gitarre an der Hand und es gab kaum einen Besuch, ohne dass dabei ein wenig gesungen wurde“. Mit Pofesen und gebackenen Mäusen konnte man Hans Schausberger die größte Freude machen, heißt es über den lebensfrohen Priester, der in der Diözese wegen seines kritischen Geistes durchaus auch als Revoluzzer galt. So trat er ganz offen für die Möglichkeit ein, dass der Bischof Priestern die Eheschließung ermöglichen solle. Dekanatsassistentin Sabina Eder hat schon als Schülerin den Elan ihres Herrn Pfarrer bewundert. Als Kollegin im Dekanat hebt sie seine gut durchdachten Gottesdienste hervor, bei denen sich die „Kernaussagen von vorn bis hinten logisch durchzogen“. Als begeistertem Musiker war es Schausberger wichtig, den pfarrlichen Kirchenchor höchstpersönlich zu leiten, er engagierte sich aber auch als regelmäßiger Leiter von Pilgerfahrten nach Israel oder nach Rom. Ohne zu jammern nahm er unzählige, lange Fahrten nach Linz in Kauf, um sein Wissen an künftige Religionslehrer am RPI oder bei Kursen für das Bibelwerk weiterzugeben. Ungern beließ er es beim theoretischen Wissen, „Hans war ein Mann der Tat, der immer darauf achtete, ob das oft lange Diskutierte den Menschen auch was bringt, lobt ihn der Chef des Bibelwerkes, Franz Kogler. Persönliche Geborgenheit fand Schausberger ab 2004, wo er zum Ehrenkanonikus des Stiftes Mattsee ernannt wurde. St. Pantaleon befand ihn bereits vor acht Jahren würdig, Ehrenbürger der Gemeinde zu sein. Bürgermeister Valentin David begründet das mit der äußerst kooperativen und sachorientierten Art Schausbergers, die sich bei vielen gemeinsam durchgezogenen Projekten wie dem Orgel- oder Pfarrhof-Kauf zeigte. „Außerdem hat mich Hans mit meiner Frau getraut, unsere drei Kinder getauft und zwei auch schon wieder verheiratet. Er geht mir schon jetzt wahnsinnig ab“, gesteht er freimütig.




187 Ansichten

0043 664 4559171

©2019 Gute Nachrede. Erstellt mit Wix.com