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Hofrat Mag. Johann Weixlbaumer aus Oberneukirchen (*1947): Gutes Leben mit einem gefährlichen Virus

Mehr als 20 Jahre lang wusste oder ahnte Hans bereits, dass in seinem Körper etwas nicht in Ordnung war, als die Wissenschaft 1989 das Hepatitis C-Virus als solches entdeckte. „Wo er sich damit angesteckt hat, weiß niemand“, sagt sein Bruder Arnold, der aber auch gleich ergänzt, dass sich Hans „nie etwas anmerken ließ, egal wie schlecht es ihm ging“. Auch als seine Diagnose feststand, war ihm wichtig, nie auf diese Erkrankung reduziert zu werden, weil er es auch selbst nicht getan hat. Tatsächlich gab es die Teilung seines Lebens in „vor und nach der Diagnose“ nur in medizinischer, keineswegs aber in biographischer Hinsicht. Aufgewachsen in Zwettl an der Rodl widmete sich Hans zunächst dem Holz, nicht verwunderlich, betrieb doch sein Vater eine Tischlerwerkstätte. Dann kam das Bundesheer, während dem auffiel, dass es Hans als einer der ganz wenigen Grundwehrdiener schaffte, sich Geld zu sparen. Obwohl sein Vater den geschickten, jungen Gesellen stark in die Pflicht nahm, fuhr Hans nach der Arbeit per Autostopp, beziehungsweise mit Kameraden nach Linz in das Abendgymnasium. Er schaffte die Matura und startete unverzüglich mit dem Studium der Betriebswirtschaft. Das „legendäre Studentenleben“ im Sinne vieler Partys und Annehmlichkeiten zog an ihm weitgehend vorbei. Hans war zu der Zeit bereits mit Marianne verheiratet und seit 1972 verantwortlich für Tochter Judith. Für den Lebensunterhalt sorgte Marianne mit einem Teilzeitjob, die Betreuung teilte sich Hans mit der Schwiegermutter, er ist seit damals Vorreiter für die Väterkarenz. Drei Jahre danach kam Sohn Harald sozusagen als Sponsionsgeschenk. Hans Weixlbaumer arbeitete noch einige Jahre in leitenden Positionen der Möbelbranche, bevor er mit 32 Jahren in den Landesdienst einstieg. Als Praktiker der Wirtschaft wurde er in den Büros der damaligen Landesräte Trauner sen., Leibenfrost und Leitl eingesetzt. Christoph Leitl erkannte die besonderen Qualitäten Weixlbaumers, machte ihn zum Büroleiter und vertraute ihm die Gebarung der Finanzen an. „Weix, wie er bei uns hieß, war bescheiden, liebenswert, humorvoll und vorsichtig. Unsere Kooperationen mit dem RISC Hagenberg, mit der Therme Geinberg, dem Tierpark Altenfelden oder mit den Seilbahngesellschaften zeigen seine Handschrift“. Seiner außerordentlichen Verdienste wegen schaffte es Weixelbaumer schließlich zum jüngsten Hofrat Oberösterreichs. Die letzten Berufsjahre widmete Hans Weixlbaumer dem Trägerverein der Fachhochschulen als Geschäftsführer, bis er 2001 krankheitsbedingt in Frühpension ging. Immer wieder hatte sich in den Jahren zuvor das in ihm präsente Virus gemeldet, viele Therapien verlegte er auf die Wochenenden, um am Montag „schwach und oft noch mit Fieber zur Arbeit zu gehen“, wie sich seine Schwester Gerda Eibensteiner erinnert und weiter: „Seine beiden Kinder Judith und Harald sind mit seiner Krankheit aufgewachsen, haben aber zugleich seinen starken Lebenswillen mitbekommen“. Gerade in Pension, wurde Hans erstmals Opa, schmunzelnd registrierte die Familie eine Zeitungsschlagzeile von damals: „Enkeltochter löst 1.900 Fachhochschüler ab“. Drei weitere Enkelkinder folgten und Hans ging in seiner Rolle als Opa voll und ganz auf. Neben seinem Beruf und seinen familiären Verpflichtungen engagierte sich Weixelbaumer seit 1989 als Obmann der Raiffeisenkasse Oberneukirchen, die dann in „Raiffeisenbank Mittleres Rodltal“ erweitert und umbenannt wurde. „19 Jahre war Hans nicht nur ein verlässlicher und verantwortungsbewusster Mitgestalter, sondern vor allem ein besonderer Mensch und Freund“, schreibt Geschäftsleiter Manfred Schwendtner. Und Weixlbaumers Nachfolger als Obmann, der Oberneukirchner Bürgermeister Josef Rathgeb, der mit seiner Familie „schon immer freundschaftlich verbunden“ war, verliert mit ihm einen „geradlinigen, verlässlichen und herzlichen“ Freund. 2009 musste sich Hans Weixlbaumer einer Lebertransplantation unterziehen, die ihm zwar 11 weitere Lebensjahre schenkte, die aber nicht frei von Komplikationen waren. So manche Lungenentzündung, aber auch ein Schlaganfall waren zu durchkämpfen, was Hans immer wieder schaffte. Nicht nehmen ließ er sich bei allen Rückfällen sein Interesse am Tagesgeschehen, seine Reisen in Städte oder in die von ihm so geliebte Wachau, wobei: all diese Vergnügungen waren begleitet von der bei ihm besonders nötigen Disziplin beim Trinken oder gar bei den von ihm eigentlich so begehrten Süßspeisen. Geschwächt von den vielen Medikamenten gab sein Körper schließlich auf. Seine Familie und viele Freunde in seiner Heimatgemeinde Oberneukirchen und aus der Region, vom Raiffeisensektor und Sparverein bis zur ehemaligen Bürogemeinschaft Leitl trauern um ihn.



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