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  • bert brandstetter

Heribert Schwarz aus St. Martin/Mkr. (1950 - 2019): Erfüllung auch im zweiten Beruf

„Diakon zu sein war die Berufung von meinem Mann“, sagt Hedwig Schwarz ohne lange zu zögern und Pfarrer Reinhard Bell verweist auf den jüngsten Auftritt von Heribert Schwarz am Fronleichnamstag: „die Gedanken, die Heribert dabei geäußert hat, waren großartig: nicht zu lang und präzise zum Fest passend.“ Am Tag darauf dann das schreckliche Unglück: Schwarz war mit dem Rad unterwegs und kollidierte mit einem Motorrad. Im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen. Nur Stunden zuvor wurde das Sommer-Pfarrblatt von St. Martin unter seiner Leitung fertiggestellt. Dem ganzen Team fehlte der zündende Funke für den Titel, bis Heribert Schwarz ein Bibelwort vorschlug: „Kommt und ruht ein wenig aus“. Pfarrer Bell hält das für keinen Zufall, sondern für prophetisch für das Leben seines Diakons. Begonnen hat es in Schlägl, mit seinen Eltern zog Heribert nach Linz, besuchte die Schule und absolvierte eine Ausbildung als Gebrauchsgraphiker. Er wollte aber mehr und besuchte die Arbeitermittelschule, um später Lehrer zu werden. Der erste Posten führte ihn mit seiner Gattin Hedwig, die er 1974 geheiratet hatte, nach Haslach. Dann eine weitere große Wende: die beiden, bereits Eltern eines Kindes, gingen 1976 als Entwicklungshelfer nach Papua Neuguinea. In den knappen drei Jahren auf der anderen Seite der Erde kümmerten sie sich nachhaltig um soziale Anliegen und um eine gesündere Ernährung. Dazu gründeten sie ein Enten- und Hühnerprojekt. Auf Papua Neuguinea kam ihr zweites Kind zur Welt, dem in Oberösterreich noch zwei weitere folgen sollten. Beruflich arbeitete Schwarz als Lehrer und Volksschuldirektor in Kleinzell, ihren Wohnsitz hatten sie in St. Martin, wo die Pfarre zu ihrer geistigen Heimat wurde. Hedwig engagierte sich im Sozialbereich, Heribert unterstützte mit seinem Tenor bis zuletzt den Kirchenchor. Diesem kam Heriberts Fähigkeit zu Gute, extrem schön schreiben zu können, was sich in der Verfassung der Chorchronik niederschlug. „Er war ein richtig genauer Tüftler“, lobt Pfarrer Bell die Fähigkeiten von Schwarz. Er weckte in ihm schließlich den Wunsch, die Ausbildung zum Diakon auf sich zu nehmen. Bischofsvikar Adi Trawöger erinnert sich als Ausbildungsleiter gut an Heribert Schwarz: „es war für mich sehr imponierend, wie er versucht hat, die Theologie zu verinnerlichen“. Als Diakon war Schwarz eine richtig tragende Säule in St. Martin und darüber hinaus: „die Nachfrage nach seinen Taufen und Begräbnissen ist nach und nach auch in den Nachbarpfarren gestiegen“, sagt Pfarrer Bell. Privat genoss Schwarz seine Familie, der inzwischen vier Enkelkinder entsprossen waren, er liebte es, Musik zu machen, zu reisen und zu sporteln. Oft sah man ihn beim Walken oder auch beim Radfahren. Am vergangenen Freitag sollte Letzteres aber sein Leben beenden.



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