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Herbert Malzer aus Weibern (1932 - 2019)

Es war in keiner Weise übertrieben, als Herbert Malzer von einer Fachzeitschrift einst als „Herr der Töne“ bezeichnet wurde. Schließlich war er es, der als junger Lehrer bald nach dem Krieg damit begonnen hatte, ein Tonarchiv für Blasmusik aufzubauen. Derartiges war damals absolutes Neuland, der an Technik sehr interessierte Pädagoge setzte seinen ganzen Ehrgeiz daran, mit den jeweils modernsten Aufnahmemedien – Tonband, Kassettenrekorder, später natürlich auch digital, Werke der Blasmusik zu sammeln. „Das war eigentlich eine Sensation für Europa“, sagt Bundes-Kapellmeister Walter Rescheneder. Über 25.000 einzelne Stücke waren damit abrufbar und für die Musikkapellen leichter einzustudieren. „Das ganze riesige Archiv war in unserem Haus untergebracht“, berichtet Sohn Reinhold Malzer. Erst später konnten die vielen Aufnahmen als Tonarchiv des Blasmusikverbandes in die Volksschule von Weibern übersiedeln. Geboren wurde der musikalische Allrounder Herbert Malzer als Sohn eines Eisenbahners in Gaspoltshofen, der sich nach Weibern versetzen ließ. Gemeinsam wuchs er am dortigen Bahnhofsgebäude mit zwei Geschwistern auf. Musik war in der Familie schon immer ein Thema, so richtig ging Herbert der Knopf aber erst in Linz auf, wo er sich zum Lehrer ausbilden ließ und fast kein Instrument ausließ: „Papa spielte Klavier, Posaune, Geige und vorzugsweise Klarinette“, erzählt Reinhold Malzer, der als Oboist im Salzburger Mozarteumorchester tätig ist. „Jedes Wochenende war Papa in seiner Studienzeit mit einer Band als Unterhaltungsmusiker unterwegs“. Bald begann für Herbert der Ernst des Unterrichts als Lehrer und später als Volksschuldirektor in Weibern. „Er war, wie man sich einen Direktor alter Schule vorstellt“, kennt ihn Bürgermeister Manfred Roitinger noch aus eigener Erfahrung: „wohl streng und dominant, aber gerecht und in seinen späteren Jahren auch sehr mild. Musik war ihm jedenfalls Alles.“ Als Direktor der Neuen Mittelschule von Hofkirchen an der Trattnach beendete Malzer seine schulische Pädagogenlaufbahn, sein Engagement für die Musik und deren Vermittlung stellte er damit aber noch lange nicht ein. „Malzer ist der Erfinder des bis heute gültigen Leistungsabzeichens“, verweist Walter Rescheneder auf eines der großen Verdienste des vielfach ausgezeichneten Musikers. „Er war eine Ikone seiner Zunft, den trotzdem eine sprichwörtliche Bescheidenheit auszeichnete“, sagt Rescheneder. Schwer zugesetzt hat Malzer ein Unfall seiner Frau, die auf dem Weg zu ihrem Orgeldienst bei einem Unfall ein Bein verlor und 2010 starb. Mit ihr hatte er drei Kinder und inzwischen auch drei Enkelkinder. Bis vor einem Jahr engagierte er sich trotz fortschreitender Sehschwäche als Deutschlehrer für Asylwerber. Weibern trauert um seinen Ehrenbürger und Ehrenkapellmeister, Hofkirchen/Tr. um seinen Ehrenringträger, der Bezirkslehrerchor Grieskirchen und der Kirchenchor Hofkirchen um seinen langjährigen Leiter.



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