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  • bert brandstetter

Helmut "Buffi" Pichlbauer aus Eidenberg (1949 - 2020): Ein Unikum, um den ein ganzes Dorf trauert

Am traurigsten über den Tod von Buffi sind die Eidenberger Schulkinder. Oft sicherte er in seiner Feuerwehruniform den Schulweg und steckte ihnen nur zu gern Gummibärli zu. Auf einen Schlag ist es aus mit dieser Zuwendung, es ist aber auch aus in Eidenberg mit vielen kleinen Erledigungen, die wichtig, oft aber zu wenig beachtet werden. Buffi, der eigentlich Helmut Pichlbauer hieß, hat sich um alles gekümmert. Adi Hinterhölzl, der Bürgermeister von Eidenberg, ernannte ihn daher schon vor Jahren zum „Hausmeister der City“, ein Spaß, der nur Abklatsch sein konnte von den unzähligen Späßen, die von Buffi erzählt werden oder die man selbst mit ihm erlebte. Gerne „amtierte“ er im Geschäft des Ortes, wo es ihm nicht zu dumm war, Patienten der gerade geschlossenen Ordination zum nächsten Doktor weiter zu dirigieren - nur dass es sich dort halt um die Adresse des Tierarztes handelte. Einige von Buffis Missetaten finden sich in einem Buch, das Bürgermeister Hinterhölzl noch im Vorjahr zu Buffis 70-er über ihn geschrieben hat. Die besonderen Freunde des solcherart Geehrten war die Polizei. Er wäre ja selbst gern Polizist geworden, gestand er einmal, da es aber nicht dazu kommen sollte, mussten sich seine verhinderten Kollegen den einen oder anderen Spaß gefallen lassen: Ob das nun ein Schweizer Kracher war, der plötzlich unter dem Polizeiauto detonierte oder ein anderes Mal das Amtskapperl des Polizisten, das Buffi von einer Wirtshausgarderobe abnahm und in der nächsten aufhängte. Buffi war beileibe nicht nur Spaßvogel. Er kümmerte sich darum, dass Gehwege gesalzen, dass öffentliche Wiesen bei der Pfarrkirche gemäht werden, er war sich auch nicht zu gut, für andere schwere Einkaufstaschen zu schleppen. Ein wichtiges Utensil, das er immer bei sich trug, waren Hundekekse, um sich fremde Vierbeiner gefügig zu machen oder freundliche zu belohnen. In seinem Metier war Buffi bei örtlichen Festen. Quasi als Dorfpolizist, der sich nicht ungern als „DOPO Eidenberg“ bezeichnen ließ, war er der allererste Einweiser der PKW und es war ihm Ehrensache, für prominente Gäste Parkplätze zu reservieren. „Auch für mich hatte er immer einen Parkplatz, wenn ich zum Zelebrieren nach Eidenberg kam“, sagt Abt Reinhold Dessl, der Eidenberg von Wilhering aus mitbetreut. „Buffi war mein Mayr-Hof-Rat“, verweist der Abt auf einen weiteren Titel Buffis, den dieser gerne trug. In seiner Jugend war er wohl in Walding Ministrant und sogar Mesner, jetzt in Eidenberg war er „mehr für den Außendienst zuständig“, sagt Dessl. Blieb bei Umzügen etwas liegen, war es wie selbstverständlich Buffi, der es wegräumte und wieder für Ordnung sorgte. Auch in Sachen Verkehrssicherheit mahnte er gar zu schnelle Fahrer als Aufpasser für seine Schulkinder. Dabei hatte er selbst früher, als er noch sein rotes Moped fuhr, eher mehr als weniger Probleme, auch mit der Polizei. Ursprünglich war Helmut Pichlbauer Tischler, später dann Hausmeister in einem Fotostudio und zuletzt Mädchen für alles bei Elektro Karl. Dort kam er bei Baustellenbesuchen manchmal auch ins Ausland. Dass der Bürgermeister zum 70-er ein Buch über ihn schrieb, freute ihn über die Maßen und auch, dass er zu seinem 71-er noch zu seinem Lieblingsessen eingeladen wurde: zu Bernerwürsteln, die am kommenden Freitag auch das Zehrungsessen bilden werden. Das vom Wilheringer Abt zelebrierte Begräbnis beginnt um 13 Uhr 45 bei der Aufbahrungshalle.


Foto Studio 4, Eidenberg


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