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Helga Ikrath aus Linz (1925 - 2019): Erfülltes Leben im Hintergrund

Helga Ikrath stand, wie es in bürgerlichen Kreisen lange üblich war, den Großteil ihres Lebens im Schatten ihres Mannes Herbert. Als Generaldirektor der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich war er der klare „Außenminister“ und das tonangebende Element in seiner Familie. Seine Gattin Helga fand daran nichts zu kritisieren und füllte ihre Rolle als Mutter der drei Kinder ideal aus, wie diese unisono bestätigen. Gefunkt hat es zwischen Helga und Herbert bei den Löwen am Linzer Hauptbahnhof. Dort trafen sie sich eher zufällig, nachdem sie mit ihren befreundeten Großeltern schon des Öfteren im mährischen Iglau auf Sommerurlaub waren, wo die Ahnen ihre Heimat hatten. Verliebt hatten sich Helga und Herbert aber erst in Linz, eben bei den beiden Löwen am Bahnhof, als beide noch Studenten waren. Herbert studierte Jus, Helga in Graz Pharmazie. 1951 wurde geheiratet, Herbert trat in die Sparkasse ein, Helga begann als Apothekerin. Als die Kinder kamen, gab Helga ihren eigentlich sehr geliebten Job in der Schutzengelapotheke auf und widmete sich voll und ganz der Familie mit den inzwischen drei Kindern: Michael, Thomas und Cornelia. „Sie war ja so unglaublich liebevoll“, erinnert sich Thomas Ikrath, „sie war aber auch voller Emotionen und da konnte es schon passieren, dass es das eine oder andere Mal geblitzt hat. Das Schöne war, dass danach gleich wieder alles gut war.“ Dass die Mama Pharmazeutin war, merkten die Kinder daran, dass bei kleinen Wehwehchen nicht gleich der Doktor gerufen werden musste. „Mama kannte sich perfekt aus und sie war bei Pflanzen eine richtige Spezialistin.“

Das bestätigt auch Tochter Cornelia, die an ihrer Mutter die „ungemeine Lebensfreude und die positive Einstellung“ hervorhebt. Gerne begleitete sie ihren Mann immer wieder zu offiziellen Veranstaltungen des Linzer Bürgerlebens, zu Bällen oder Konzerten. Beide waren Gründungsmitglieder des Vereins der Freunde des Musiktheaters. „Zu Hause war das große Hobby unserer Mutti das Lesen, sehr interessiert zeigte sie sich aber auch am Schicksal ihrer Mitmenschen. Selbst die Zeitungsausträgerin war ihr nicht zu minder, um sich mit ihr über dies oder jenes zu unterhalten“. Gekocht habe Mama Ikrath „recht brav, aber eher pflichtbewusst“, wie die Tochter sagt. Die letzten Lebensjahre benötigte Helga Ikrath Betreuung, sie konnte aber dank der Pflege in der gewohnten Umgebung bleiben. Am 20. Jänner ist sie mit 94 hochbetagt verstorben, die Verabschiedung hat in kleinem Familienkreis im Beisein ihrer drei Kinder und sieben Enkelkinder bereits stattgefunden.



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