Suche
  • bert brandstetter

Heinrich Madlmayr aus Gramastetten (1941 - 2018): Schlosser mit politischer Durchschlagskraft

Der Altbürgermeister von Gramastetten saß zwar viele Jahre im Gemeinderat und er war eine Periode lang sogar Ortschef, seine Vorstellungen von Politik waren aber eigene. Wo immer er Hand anlegte, spürte man den Unternehmer. Lange Sitzungen und der oft mühsame Weg, Kompromisse zu finden, waren nicht seines. Das machte ihm das Leben mitunter schwer. Heinrich Madlmayr war Schlossermeister, wusste aber in den späten 1960-er Jahren nach seiner Meisterprüfung nicht so recht, was er daheim anfangen sollte. Trotzdem er sich am Neujahrstag 1968 in seine spätere Frau Margarete verliebt hatte, verließ er gleich im Februar seine Heimat und flog nach Südafrika, wo er in einer Schiffswerft in Durban bis zum Jahresende soviel Geld verdiente, dass der bis dahin ziemlich mittellose junge Mann einige Jahre später in Gramastetten seine eigene Schlosserei gründen konnte. 1970 wurde geheiratet, zwei Kinder und die fünf Enkel waren bis zuletzt seine große Freude. So leichtfertig und sorglos der junge Handwerker früher vielleicht gewesen sein mag, so ernsthaft betrieb er später die eigene Firma und bald wurde die Wirtschaftskammer auf den aufstrebenden Unternehmer aufmerksam. Er wurde in wichtige Kommissionen seines Gewerbes berufen, übernahm in Gramastetten den Wirtschaftsbund und landete auch bald im Gemeinderat. Betrieblich setzte er sehr erfolgreich auf die Produktion von Solarkollektoren, bis ausländische Produkte zur massiven Konkurrenz wurden und die Schlosserei verkleinert werden musste. 2002 übergab er den Betrieb an seinen Sohn. Erst mit 50 fand Madlmayr zu seinem Hobby, das er dann aber so wie alles, wofür er sich engagierte, höchst intensiv betrieb: die Fliegerei. Walter Mittermühler, der Obmann des Fliegerclubs Freistadt beschreibt seinen langjährigen Stellvertreter Madlmayr als „sehr umgänglich“ und als „wesentlichen Motor des Flugplatzes“. „Aufrecht, hilfsbereit und standfest“, nennt der Wilheringer Abt Reinhold Dessl die Charaktereigenschaften seines „Pfarrkindes“. Besonders in Erinnerung ist ihm das meterhohe Modell der Gramastettner Pfarrkirche, das Madlmayr für das 900 Jahr Jubiläum der Gemeinde selbst gebastelt hatte. Gramastetten selbst schreibt der Durchsetzungskraft ihres Altbürgermeisters vor allem die Existenz des Kultur- und Veranstaltungszentrums Gramaphon und des Bezirksaltenheimes zu. Die letzten Jahre machte ihm seine Krebserkrankung zusehends mehr zu schaffen, oftmals musste er operiert werden, bis er schließlich am 12. Oktober in den Armen seiner Gattin Margarete sterben konnte, mit der er 48 Jahre verheiratet war.



1 Ansicht

0043 664 4559171

©2019 Gute Nachrede. Erstellt mit Wix.com