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Hans G. Docsek aus Waldhausen (1944 - 2020): Ein starker Motor für den Strudengau

Warum alleine, wenn es auch gemeinsam geht. Hans Docsek lebte mit all seiner Energie nach diesem Prinzip und ließ dabei niemanden aus der Pflicht, schon gar nicht seine Familie. Mit Erfolg, wie sich schlussendlich bei vielen Projekten gezeigt hat. Ganz selbstverständlich lernte Docsek Bäcker und Konditor, stand doch auch seine Wiege in einer Bäckerei. Mit 19 war er Meister, bald begann er den im Familienbesitz vorhandenen gastronomischen Betrieb zu bündeln und er ließ mit Ideen aufhorchen, die über Waldhausen hinaus interessant schienen. Die Kooperation der Bäcker führte zum Strudengauer Seefest, das schließlich zur vielbeachteten Messe wurde: Ideengeber hinter all diesen anfangs durchaus von Hindernissen begleiteten Initiativen war Hans Docsek. Von Anfang an standen der Kameradschaftsbund und der Musikverein an seiner Seite, in denen er selbst über viele Jahrzehnte als Mitglied verschiedene Führungsaufgaben innehatte. Engagiert war er natürlich auch in der Waldhausner Feuerwehr. Dermaßen aufgerüstet hatten seine wirtschaftlichen Vorschläge stets das nötige Gewicht, um letztendlich erfolgreich zu werden. Nach der Übernahme des Zeltverleihs Klaus Hofstetter zog Docsek auch weit über die Grenzen hinaus die gastronomischen Fäden. „Auf der Wiener Donauinsel waren wir die Ersten, seit 1980 führen wir das Messerestaurant in Tulln“, verweist Tochter und Betriebsnachfolgerin Dagmar Hausböck auf die erfolgreiche Expansion des einstigen Bäcker- und Wirtsbetriebes. „Docsek hatte seine Geschäfte wohl fast überall, man muss ihm aber zugestehen, dass er im Herzen immer ein Waldhausener geblieben ist“, lobt ihn Viktor Siegl, der langjährige Kammer- und Landtagspräsident. Dass er so erfolgreich gewesen sei, müsse man auf jeden Fall seiner „Hemdsärmeligkeit und seiner humorvollen Schläue“ zuschreiben. Docsek wusste, wie man Menschen bei Laune hält. Davon zeugen unzählige Einladungen, etwa die „Sonntagabende beim Volksfest, wo wir den ersten Sturm des Jahres im großen Volksfest verkosteten und schon wieder Pläne für das folgende Jahr schmiedeten“, wie Wegbegleiter Karl Grufeneder sagt. Die Wirtschaft bedankte sich bei Docsek schließlich mit dem Kommerzialrat. „Der Papa war ein ungemein geselliger Mensch, unsere Tür war immer offen und das Haus sehr oft voller Gäste“, bestätigt Tochter Dagmar den Lebensstil ihres Vaters. Freilich war von ihm, der eine imponierende Erscheinung war, wenn es sein musste, auch manchmal ein lautes Wort zu hören, „dafür aber war er nie nachtragend und er hat sich um alle Mitarbeiter gekümmert“. Die Familie war trotz der vielfältigen Engagements in den Waldhausener Vereinen und in der Jägerei sein Ein und Alles. Herzstück um ihn waren Gattin Christine, Bruder Franz und dessen Frau Herta, sie galten als die „rote Docsek-Linie“, wie Tochter Dagmar schmunzelnd sagt. Dann aber kamen schon sie und ihr Bruder Hans Christian und natürlich die Enkel Sophie und Marie. Erholung und Ruhe fand Docsek am allerliebsten im Wald. Kein böses Wort verliert der Waldhausener Pfarrer Karl Wögerer über seinen Freund, dem er die Restaurierung eines wertvollen Altars verdankt, der seither zu Fronleichnam im Einsatz steht. Gesundheitlich machte ihm mehr und mehr der Zucker zu schaffen, gegen eine drohende Beinamputation setzte er sich zur Wehr, bis schlussendlich seine Organe den Dienst versagten. „Jedem von uns blickte er bei unserem letzten Besuch noch tief in die Augen, wir konnten ihn damit gut gehen lassen“, sagt Dagmar über die letzten Augenblicke ihres Vaters.




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