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  • bert brandstetter

Gudrun und Alfred Savel aus Linz (1945/1929 - 2020): Tragischer Abschied von zwei guten Seelen

Im Westen von Ungarn, 15 Kilometer von der Grenze zu Slowenien ist das Leben der beiden Linzer auf tragische Weise gerade dort zu Ende gegangen, wo sie sich ganz besonders wohl gefühlt haben: in ihrer Fass-Sauna, die sie sich vor zwei Jahren neben ihr Haus stellen ließen. Die genauen Umstände ihres gemeinsamen Todes sind noch ungeklärt. „Es war ein kleines Paradies“, sagt Wolfgang Kobold, der Bruder von Gudrun Savel, „ein wunderbares Haus mit unheimlich vielen Blumen rundherum“. Vor allem die herrlichen Rosen sind ihm in Erinnerung, sie waren das Hobby von Fredi, seinem Schwager. Alfred Savel, geboren 1929 musste ohne seine Mutter aufwachsen, die starb, als er drei war. Erzogen wurde er von den beiden Schwestern. Er wurde Glaser und war intensiv am Wiederaufbau der Stadt Linz beteiligt. Als junger Meister eröffnete er in der Goethestraße einen Betrieb, der bis heute existiert und seit 1989 von seiner Tochter Gertrude Hütter geführt wird. Das besondere Anliegen von Alfred Savel war die Förderung des beruflichen Nachwuchses, er engagierte sich beim Arbeitsgericht als Laienrichter, einbringen konnte er sich als Vorsitzender der Gesellen- und Meisterprüfung, er wurde Vize-Innungsmeister und saß auch in der Bundesinnung. Ausgezeichnet mit der silbernen Kammermedaille und dem silbernen Verdienstkreuz des Landes trat Fredi die Pension an. Vielen Berufskollegen ist er in Erinnerung als der Mann, der immer einen Schmäh auf den Lippen hatte und vor allem an technischen Neuerungen interessiert war. Eine erste Ehe scheiterte, irgendwann in den 1970-er Jahren traf er auf die um 16 Jahre jüngere Gudrun, die nach einer gescheiterten ersten Beziehung ebenfalls offen war für eine neue Bindung. Nach 20 Jahren musste die Ehe ein 10-jähriges Intermezzo ertragen, Gudrun und Fredi fanden aber ein zweites Mal zueinander und schienen daraufhin unzertrennlich. Selbst als Fredi in Pension war und Gudrun in der Linzer Agentur Prizovsky & Partner als Mädchen für Alles anheuerte, war Fredi meist mit dabei. „Sie haben sich um vieles im Büro gekümmert und erledigten ganz viele Arbeiten auch für die Mitarbeiter“, sagt Othmar Prizovsky. Eine, die in den Genuss dieser umfassenden Fürsorge kam, ist Eveline Doll: „Gudrun hatte eine unglaubliche positive Energie, sie war immer gut drauf und transportierte oft gleich mehrere Kinder von Mitarbeitern der Agentur zur Schule“. Gab es Festlichkeiten, war sie mit ihrem Fredi wieder zur Stelle und selbst nach ihrer Pensionierung reisten sie gerne aus Ungarn an, um mit dabei zu sein. Gudruns Leben begann 1945 auf einem Bauernhof in Ried/Innkreis, wo ihre Familie als serbische Flüchtlinge einquartiert war. Durch die Übersiedelung in eine Baracke in Ebelsberg wurde sie zur Linzerin. Erst 1959 bezog die Familie eine Wohnung in Urfahr. Nach beruflich und privat nicht ganz einfachen Jahren fand sie ihr Glück schlussendlich als gute Seele in der Agentur und im zweiten Anlauf ihre private Zufriedenheit mit ihrem Mann Fredi. „So unglücklich die Umstände Eures Todes waren, so tröstet uns doch der Gedanke, dass Ihr Euren letzten Weg gemeinsam antreten durftet“, schreibt Othmar Prizovsky auf der Traueranzeige der Agentur für Gudrun und Fredi Savel.



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