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Friedrich Schmidt aus Marchtrenk (1943 - 2020): Erfolgreiche Karriere eines Siebenbürger Sachsen

Sein Leben war die Arbeit, sein größter Stolz die eigene Firma. Sunhouse, das von ihm 1969 geschaffene Unternehmen zur Erzeugung von Alutüren und Wintergärten hat er zwar 2014 verkauft, in die Pension hat sich Friedrich „Fritz“ Schmidt aber noch lange nicht verabschiedet. Fortan befasste er sich mit dem Bau von Mietshäusern. Schmidt brauchte Aktivität. Fleißig zu sein lag ihm im Blut. Sein oberstes Gebot war Qualität. Seine Wurzeln liegen im rumänischen Siebenbürgen. Auf Planenwägen kam seine Familie mit ihm als eineinhalbjährigen Buben und fünf weiteren Kindern in die Gegend von Wilhering. Die ersten Jahre verdiente sich Vater Friedrich Geld in einem Steinbruch und bei den Ebenseer Betonwerken, später schuf er in Hörsching bereits mit seinem Sohn Fritz ein Betonwerk zur Erzeugung von speziellen Ziegeln für Gartenzäune. Der Junior kümmerte sich um den Verkauf und um die Verlegung der Gartenzäune. Aus Platzgründen wurde ein großer Bauernhof in Marchtrenk gekauft, das Geschäft auf die Produktion von Alutüren und Fenster, sowie auf die Erzeugung von Wintergärten spezialisiert. Der Platz wurde wieder zu eng, sodass 2003 an der Bundesstraße 1 eine große Produktionshalle errichtet werden konnte. Bis zu 40 Personen fanden in der Firma Arbeit, Schmidt erachtete in ihnen seine zweite Familie. Ab dem Tod seines Vaters 1977 war Fritz, der die Arbeit immer als sein Hobby benannte, alleiniger Gesellschafter, an seiner Seite aber bald Helga, die er 1983 heiratete. „Er war der Kopf, ich war die Ausführende, beschreibt die Witwe ihre Geschäftsaufteilung. Während er sich um Kundenkontakte und Einkäufe kümmerte, stand sie neben der Büroarbeit oft als technische Spezialistin an der Front, also dort, wo die Wintergärten aufgebaut wurden.Stolz waren beideauf einen wunderbaren 100 Quadratmeter großen Vorzeige-Wintergarten in ihrem Privathaus. Dort fanden sie Rückzug, dort konnte Fritz aber auch seine Liebe zur Natur ausleben. Dass in seinem fast immer offenen Wintergarten Vögel anzutreffen waren, störte ihn keineswegs, sondern es freute ihn. Genausodie Wildenten, die sich im Naturteich tummelten wie die unzähligen Karpfen im Wasser. „Große Hobbys hatte mein Mann ansonsten nicht“, sagt Gattin Helga, „er war ein Tüftler, speziell was die Optimierung von Profilen betrifft“. Dass er für seine Aktivitäten 2009 vom Land Oberösterreich mit dem silbernen Verdienstzeichen geehrt wurde, freute ihn riesig. Fünf Jahre später verkaufte er Sunhouse. Friedrich, sein Sohn aus erster Ehe, führte bereits selbst ein eigenes Unternehmen, das sich auf den Verkauf von Schwimmbad-Überdachungen spezialisiert hatte. „Natürlich ist das meinem Vater schwer gefallen, allmählich konnte er sich aber doch damit abfinden und er hat mich zu meinem Weg beglückwünscht, den ich ein wenig anders als vielleicht von ihm geplant, eingeschlagen hatte“. Engagiert und hilfsbereit zeigte sich Friedrich Schmidt bei den diversen Aktivitäten der Siebenbürger Sachsen. Mit ihnen sang, lachte und tanzte er oft und gerne. Mehrere Male besuchte er die alte Heimat. Davon abgesehen führten ihn private Reisen mit seiner Gattin nach Kuba, Sri Lanka oder in eine der heimischen Thermen, weil ja die Firma im Winter geschlossen war. Bei einem ihrer Gespräche fragte Friedrich seinen Vater, wie viele Häuser er jetzt denn noch zu bauen beabsichtige. Es sei jetzt das Letzte, habe er geantwortet und Gattin Helga bestätigt, dass er sich jetzt nun wirklich den Ruhestand vergönnen wollte. Sein plötzlicher Tod verhinderte es, dass Friedrich Schmidt die Vollendung seiner letzten Häuser noch erleben hätte können.




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