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  • bert brandstetter

Friedrich Mayr aus Enns: Vom Schlosser zum international geachteten Künstler

Es war die Arbeit seines Großvaters als Schlossermeister, die den kleinen Fritz von Anfang an so sehr faszinierte, dass ihn sein Vater in die Lehrwerkstätte der damaligen Reichsbahn gab. Fritz machte die Gesellenprüfung und arbeitete jahrelang als Werkzeugmacher und Dreher in der Hauptwerkstätte der ÖBB in Linz. Doch das war ihm zu wenig. Oft machte er mit stählernen Ehrengeschenken für verdiente Kollegen auf sich aufmerksam, die Technik des Stahlschnitts hatte er sich selbst beigebracht. Mit 20 wollte er es aber genauer wissen und er schrieb sich als Schüler des schon berühmten Stahlschnitt-Professors Gerstmayr in der Bundesgewerbeschule in Steyr ein. Zwei Jahre später war er freischaffender Künstler mit interessanten Aufträgen. Der ÖBB blieb er noch zehn Jahre treu, seinen neuen Brotberuf fand Mayr als Professor an der Linzer Bundesgewerbeschule. Sein Lebensmittelpunkt war und blieb immer die Stadt Enns, die längst auf den Künstler aufmerksam geworden war. Der Höhepunkt war die Ernennung zum Ehrenbürger 2003. Eine besondere Beziehung behielt Mayr zur Pfarre Enns-Lorch, wo ihn der damalige Kaplan Eberhard Marckghott animierte, nach dem Vorbild des Linzer Domschlüssels einen solchen für die Basilika St. Laurenz in Lorch anzufertigen. Das Werk gelang und stellt eines seiner Hauptwerke dar. Der größte überhaupt existente Stahlschnitt stammt ebenfalls aus der Hand Mayrs: es ist ein Stahlkreuz für das Lehrerheim des CLV in Weyregg. Viel Herzblut steckte Mayr in einen Primizkelch für seinen Sohn Christian, der lange Jahre als Missionar in Brasilien tätig war. Mit Gattin Maria hatte Mayr noch zwei weitere Kinder, mit denen er viel Freude erlebte, genauso wie zuletzt mit den beiden Enkelkindern Christina und Lukas. Mehr als ein Steckenpferd waren neben den Stahlschnitten Mayrs weitere Spezialität als Ersteller von Münzen, Medaillen und Briefmarken, die immer wieder als Sondermarken im In- und Ausland zur Geltung kamen.

„Oft war mein Mann in seiner wenigen Freizeit im Garten zu finden, er hatte einen grünen Daumen“, sagt Maria Mayr. Urlaub machten die beiden „höchstens einmal im Jahr“, da ging es meistens in das Salzburger Land. Wenn Ennser Bürgermeister bei festlichen Anlässen ihre Kette tragen, so ist das fast selbstverständlich ebenfalls ein Werk ihres Ehrenbürgers Friedrich Mayr.




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