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Friedrich Gamsjäger aus Alkoven (1929 - 2019): Er war mit Max Schilling per Du

Sein großes Sportidol Max Schmeling war zwar fast ein Vierteljahrhundert älter, das hinderte Friedrich Gamsjäger aus Alkoven aber nicht, den Kontakt zu der großen deutschen Boxerlegende zu suchen. Als mehrfachem österreichischen Amateur-Staatsmeister im Halbschwergewicht hatte Gamsjäger in den 1950-er Jahren einen klingenden Namen in der Welt des Boxsports, sodass ihm der Kontakt zu Schmeling tatsächlich gelang. Die beiden freundeten sich an, für Gamsjäger war das unvergesslich, „immer wieder erwähnte unser Gamsi-Opa, solange er sprechen konnte, seinen Freund Max“, sagt Stiefsohn Gerhard Blach. Der Boxsport war es, der Gamsjäger von seinem Geburtsort Bruck an der Mur nach Oberösterreich brachte. In Bruck heuerte er als Schmied bei den Böhler-Werken an. Nach der Fusion des Unternehmens mit der Voest trat Gamsjäger in deren Sportklub SK Voest ein und boxte sich an die österreichische Spitze. Der Sport war ihm ungemein wichtig, gern spielte er im SK Voest auch Fußball und Handball. Der SK Voest verlieh ihm 1977 die Ehrenmedaille. 1987 ging er in Pension, er hatte zuletzt als Beizmeister für die Schmiede gearbeitet. Kurz war Gamsjäger verheiratet, seine große Liebe fand er vor mehr als 50 Jahren in Gottfrieda Blach. Deren beide Kinder nahm er auf, als ob es seine eigenen gewesen wären und ganz selbstverständlich wurde er für deren Nachwuchs zum „Gamsi-Opa“. In Straßham bei Alkoven errichtete er mit seiner Frieda ein Haus, das zu ihrem Lebensmittelpunkt werden sollte. „Ganz begeistert war er von den Käferbohnen, die dort wuchsen“, erinnert der Stiefsohn an die steirischen Wurzeln von „Gamsi“. Gern nahmen Fritz und Frieda die Reiseangebote des Pensionistenverbandes in Anspruch und bereisten mit denen die halbe Welt, aber auch Besuche in Kärnten, der Heimat Friedas, standen immer wieder auf der Tagesordnung. War Gamsjäger zu Hause, traf er sich mit Freunden gerne zum Eis- oder Asphaltschießen. Die letzten Jahre wurde sein Wirkungskreis durch eine aufgetretene Demenzerkrankung immer kleiner, er wurde zum Pflegefall, die Hilfe seiner Frieda wurde unterstützt von der Sozialhilfe Eferding und vom Samariterbund. Zuletzt lebte Gamsjäger im Seniorenheim Eferding, tagtäglich besucht von seiner Frieda. „Andenken an seine Boxerkarriere gibt es nur noch wenige in seinem Haus“, sagt Stiefsohn Gerhard“, die Pokale haben im Lauf der Jahrzehnte an Glanz verloren. Nur noch ein paar Boxhandschuhe hängen bei uns“.



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