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  • bert brandstetter

Franz J. Eidenhammer aus Burgkirchen (1946 -2020): Beseelt vom Handel mit Traktoren

Angefangen hat alles mit den Hasen. Der kleine Franz, aufgewachsen in der elterlichen Huf- und Wagenschmiede, merkte bald, dass sich mit kleinen Tieren Geld verdienen lässt und er baute sehr früh einen Handel damit auf: Hasen und Meerschweinchen waren seine Produkte, das damit verdiente Geld legte er sorgsam zur Seite. „Bis zu 200 Hasen dürfte mein Vater besessen haben“, erinnert sich Sylvia Dorigatti an seine Erzählungen. „Vielleicht war dieser kleine Handel der Grundstein für sein ganzes Berufsleben als Händler“. Franz war das Dritte von vier Kindern in Geretsdorf 16. Nach der Schul- und Ministrantenzeit lernte er in Altheim Landmaschinenschlosser mit dem Ziel, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Das tat er, aber er krempelte die Schmiede um, indem er sich auf die Reparatur von Maschinen und Traktoren spezialisierte. Zuvor galt es aber, eine Familie zu gründen. Die Hochzeit mit Marianne 1966 war ein wahrer Paukenschlag: Franz heiratete in einer Doppelhochzeit nicht nur seine Marianne, zugleich tat das seine Schwester Anni mit ihrem Mann Hermann. Fünf Kinder rundeten die Familie ab, eigentlich wären es sechs gewesen, ein kleiner Peter starb mit vier Monaten. Ohne seine Frau Marianne und seine Eltern wäre die weitere Entwicklung nicht denkbar gewesen, weiß die Familie, denn Franz ging mit der Zeit und mit dem technischen Fortschritt. Er wollte die Firma ausbauen. 1975 war es die neue Werkstätte, 10 Jahre später die große Ausstellungshalle. Immer mehr fokussierten sich seine Geschäfte auf das Bundesland Salzburg, wo er 1995 in St. Veit im Pongau eine Filiale errichtete und im Anschluss immer mehr Zeit verbrachte, während sein Sohn Franz in Burgkirchen die Geschäfte führten. Dazu kamen regelmäßige Fahrten zu internationalen Messen in Italien. „In Verona, in Bologna, war Vater immer präsent. Er liebte das Leben dort und pflegte bei den Messen seine Kontakte.“ Franz Eidenhammer war inzwischen weitum anerkannter Händler von Traktoren der Marke New Holland und diverser Landmaschinen geworden. Längst galt er als fachliche Respektperson. Nie zeigte er sich ohne Krawatte und Sakko, im Winter gehörten Ledermantel und Hut zu seinem Outfit. 30 bis 40 Mitarbeitern gab er einen Arbeitsplatz. Für Urlaube blieb nie viel Zeit, sagt Sohn Franz, der mit seinem Bruder Peter 2006 die Firma übernommen hat und in Burgkirchen die Fäden zieht. „Einmal saßen wir alle schon im Auto, um in Mondsee Schifferl zu fahren“, erinnert sich Sylvia. „Wir warteten und warteten und mussten schlussendlich unverrichteter Dinge wieder aussteigen, weil ein Kunde gekommen war“. Kunden möglichst gut zu bedienen war der Lebensinhalt von Franz Eidenhammer, für sie hatte er natürlich auch an Sonntagen Zeit, wenn sie nach der Messe in die Firma kamen. Seine Pensionszeit dürfte sich Franz vielleicht etwas anders vorgestellt haben. Seinen Söhnen stand er noch beratend zur Seite und er hatte plötzlich mehr Zeit für seine neun Enkerl und zwei Urenkerl, die richtige Erfüllung wollte sich aber trotz seiner geliebten Kaffeehaus-Besuche nicht einstellen. Groß feierte er noch seinen 70-er und die Goldene Hochzeit. Bald darauf stellte sich eine Gehirnblutung ein, von der er sich nicht mehr richtig erholen sollte. Sprachlich und körperlich schwer beeinträchtigt litt er unter der mühsam gewordenen Kommunikation mit ihm. Dazu kam die Vereinsamung. Ehemals gute Kontakte zu Kunden verflüchtigten sich, Franz war auf seine engste Familie angewiesen. Eine rasant verlaufende Krebserkrankung erschwerte die Situation. Tröstlich war für ihn, die Zeit seiner Krankheit daheim verbringen zu können, umsorgt von seiner Marianne und Tochter Sylvia, sowie von den beiden Pflegern Jan und Peter.


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