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  • bert brandstetter

Franz Haslehner (1933 - 2019): Politischer Ruhepol am Hausruck

An laute oder gar polternde Töne des langjährigen Gemeinde- und Landespolitikers kann sich niemand erinnern. Das würde auch nicht zu seiner persönlichen Geschichte passen. Franz Haslehner wurde in ein Bauernhaus in St. Agatha geboren und blieb diesem Stand beruflich diesem Stand immer treu. Er arbeitete als Landessekretär der Land- und Forstarbeiterkammer, in der die damals noch große Zahl von Knechten, die Forstarbeiter und Lagerhausbediensteten politisch vertreten werden. „Brave Leute sind die Haslehners gewesen und der Franz war ein guter Standesvertreter“, lobt ihn Franz Hiesl, der ehemalige ÖVP-Parteisekretär und Landeshauptmann-Stellvertreter, dessen Elternhaus ganz nahe an dem der Haslehners steht. In Waizenkirchen baute Haslehner mit seiner Frau Elsa ein Haus in der Kienzlstraße, in dem die drei Kinder aufwuchsen. „Einen besseren Nachbarn kannst du dir nicht wünschen“, sagt Margit Grüneis, deren Kinder mit denen der Haslehners quasi gemeinsam groß wurden. „Egal, welche politische Position er bekommen hat, der Franz ist immer derselbe geblieben“, bewundert ihn die Nachbarin. Tatsächlich war Haslehner seit 1970 Bürgermeister von Waizenkirchen, drei Jahre später kam für 17 Jahre der Landtag dazu. Haslehner blieb der besonnene und gerade daher auch besonders beliebte Volksvertreter. Nicht einmal der ehemalige Pornojäger Martin Humer habe es geschafft, Franz Haslehner „durch ständige und ärgerliche Provokationen aus der Reserve zu locken“, gibt Franz Hiesl preis. Haslehner war ein treuer Mann der Kirche und fest verwurzelt in der Katholischen Männerbewegung. Der Linzer Kirchenzeitung gesteht er einmal in einem Interview, seit seiner Jugendzeit besonders dann mit der Heiligen Schrift verbunden gewesen zu sein, wenn die Herausforderungen des Berufs zu belastend wurden. „Aber wenn es hinten und vorne nicht mehr zusammengegangen ist, wie das bei jedem Menschen vorkommt, habe ich zur Bibel gegriffen und nicht selten in den Psalmen Stärkung gefunden.“ Ein Vierteljahrhundert blieb Haslehner Bürgermeister und liebend gern wollte er den 30-er noch voll machen. Aber eine weitere lebensbedrohliche Erkrankung stand dem entgegen und „seine Töchter, beide Ärztinnen, haben es dann Gott sei Dank doch geschafft, ihn zum Rücktritt zu bewegen“, sagt Nachbarin Grüneis, deren Enkel Fabian Grüneis heute die Ortsgeschäfte von Waizenkirchen führt. Krankheiten hätte Haslehner ja so viele gehabt: einen Herzinfarkt, einen Krebs, einen Schlaganfall und mehrere Bypässe noch dazu, aber: „er hat nie gejammert und unglaublich viel ausgehalten. Man hat es nie gemerkt, wie schlecht es ihm immer wieder ging“, sagt die Nachbarin. Trotz allem war Haslehner nach ihrer Beschreibung „ein lustiger, sehr großzügiger und leutseliger Mensch, der viel Spaß verstanden hat und herzlich lachen konnte.“ Besonders verbunden habe er sich mit der Mannschaft vom Bauhof gefühlt. Der Stammtisch der Pensionisten am Mittwoch war ihm weiters heilig, auch das regelmäßige Kartenspiel mit Freunden. Oder in früheren Jahren die Klubreisen der Altabgeordneten.



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