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  • bert brandstetter

Erich Wagner aus Gmunden (1957 - 2019) Ein großer Patron der Weinkultur

„Er war sicher der humorvollste Kollege unserer Branche“, sagt der bekannte Spirituosenbrenner Hans Reisetbauer, auf Erich Wagner angesprochen. „Und es stimmt, was bei seinem Begräbnis gesagt wurde, dass er in seinem ganzen Leben irgendwie ein Lausbub geblieben ist“. Das kann sein älterer Bruder Rudolf nur bestätigen, der Erich ebenfalls von klein auf als „ein wenig spitzbübisch“ erlebt hat. Nicht ganz von ungefähr, denn Erich wurde bereits als neugeborenes Baby von den Schwestern im Krankenhaus Gmunden zum „Kronprinz Bienchen“ ernannt, weil am selben Tag auch drei Mädchen geboren wurden. Aufgewachsen ist Erich im Wirtsgeschäft seiner Eltern auf dem Gmundener Plassauerhof. Sein Opa hatte begonnen, Sodawasser und Kracherl herzustellen, sein Vater weitete das Geschäft auf die Abfüllung und Auslieferung von Coca Cola aus. Klein Erich war da voll mit dabei, so sehr, dass dem damals Fünfjährigen ein eigener, kleiner Arbeitskittel mit der Aufschrift Coca Cola geschneidert wurde, der ihn bei allen Kunden nachhaltig einprägte. Früh dran war Erich mit der Liebe: bereits mit 17 verliebte er sich in die damals 15-jährige Irene, die später zur Mutter seiner drei Kinder und als Lehrerin seine unverzichtbare Begleiterin wurde. „Selber ist er ja nicht so gern in die Schule gegangen“, erinnert sich Irene Wagner, „trotzdem habe ich viel von ihm gelernt“. Erich Wagner, der im Getränkekonzern die Sparte Wein führte, sah darin bei weitem nicht bloß das Getränk. Ganz wichtig war ihm das Umfeld des Weines: die Menschen, die ihn machen, das Land, in dem er wächst und die Kultur, die dort gepflegt wird. Die Folge davon war, dass Wagner, oft mit seinen Mitarbeitern und seiner ganzen Familie, viel und gerne unterwegs war: Spanien, Italien, Südafrika wurden oftmals bereist und studiert. „Mein Vater hatte eine Spürnase für neue Entdeckungen, manche coole Sachen hatte er als Erster im Angebot“, sagt Tochter Kathrin. Obwohl der Betrieb inzwischen nach Laakirchen übersiedelt ist, blieb Wagner ein leidenschaftlicher Gmundner. „Dort hatte er seinen Stammtisch, dort hat er den Round Table gegründet, dort war er zu Hause.“ Früher preisgekrönter Schifahrer, begeisterte sich Wagner bis zuletzt für die Formel 1 und für das Reisen. Noch heuer verbrachte er mit seiner Frau ein Monat in Australien, wo er vor der Hochzeit als junger Mann ein knappes Jahr im Getränkehandel praktizierte. „Dieses Land wollte er Mama unbedingt noch zeigen, obwohl er schon krank war“. In der Firma blieb er bis zuletzt aktiv, „noch zwei Tage zuvor stellten wir gemeinsam die neue Homepage online“, sagt Tochter Kathrin, die mit ihrem Bruder Georg nun die Firma leitet, während der jüngere Bruder Lukas Medizin studiert. Gerne ließ sich Wagner für soziale Anliegen seiner Frau als Sponsor engagieren, was die große Zahl der Trauergäste erklären mag, die zu seinem Begräbnis gekommen waren. „Weil er so bescheiden war, hätte er sich das wohl nicht gehofft. Gefreut hätte es ihn aber sicher“, sagt Kathrin Wagner.




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