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Dr. Wolfgang Hohenwallner aus Leonding (1939 - 2020): Ein vielseitig begabter Mediziner

„Dass in Wolfgang künstlerische Talente schlummern, haben wir Mitschüler schon früh durch unseren Zeichenlehrer im Salzburger Borromäum erfahren. Der hat Wolfgangs Zeichnungen immer sehr hervorgehoben“. Daran erinnert sich Franz Mayrhofer, der Präsident des PEN-Clubs gut, der darüber hinaus aber die persönliche Beziehung zu seinem Freund Hohenwallner hervorhebt. Die beiden hatten sogar literarisch miteinander zu tun, weil sich Hohenwallner auch auf diesem Metier versucht hat. Ganz erfolgreich offensichtlich. Franz Mayrhofer lobt die interessanten Texte, die Hohenwallner zu eigenen Malereien verfasst hat. Es war aber die Malerei, die Hohenwallner ein Leben lang begleitet hat. Die Begabung muss von der mütterlichen Seite gekommen sein. In ihrer Linie gab es bereits einen akademischen Maler namens Emanuel Fohn. Hohenwallner wollte sich aber nicht bloß auf sein vererbtes Talent verlassen, sondern besuchte in seinen Urlaubswochen immer wieder Kurse, gern auf der Festung Hohensalzburg bei Lehrern der Kokoschka-Schule, bei Claus Prack, Gerhard Gutruf oder Alfred Bily in Linz. Später trat er als Lehrender am Attersee in seiner eigenen Sommerschule auf. Zu malen war Hohenwallner immer wichtig, weshalb er sich in Linz ein kleines Atelier mietete, wo er in seinen freien Stunden nach Herz und Lust zeichnen und malen konnte. Wohl auch, um daraus Kraft zu gewinnen, seine gesundheitlichen Benachteiligungen zu ertragen. Wie viele Ausstellungen sie mit ihrem Mann mitbetreut hat, weiß Gattin Ursula nicht mehr genau, es waren aber auch viele im Ausland darunter. Ausgleich fand HW, wie ihn seine Freunde wegen seiner Signaturen auf den Bildern nannten, in der Technik. „Autos interessierten ihn enorm“, weiß sein Freund Franz Stöllinger, in dessen neues Autohaus in Wels unbedingt Hohenwallner-Bilder kommen mussten. Trotz der weit auseinanderliegenden Berufe, trotz des großen Altersunterschiedes waren Stöllinger und Hohenwallner ein Herz und eine Seele. Warum Hohenwallner nach der Matura nicht Koch, Dirigent oder Künstler wurde, sondern die Medizin gewählt hat, dürfte auf seinen Vater zurück zu führen sein, der Direktor des Salzburger Landeskrankenhauses war. Der Sohn zog jedenfalls sehr entschlossen nach Innsbruck, studierte intensiv und konnte sogar bereits vor seinem Abschluss an der Klinik arbeiten. Im Lauf einer Nikolo-Kneipe seiner Studentenverbindung KÖHV Leopoldina lernte er die ebenfalls aus Salzburg stammende Krankenschwester Ursula Stadlbauer kennen, mit der er 1965 Hochzeit gefeiert hat. Eine Tochter und ein Sohn gingen aus der Ehe hervor. Mit Wolfgang zog die Familie 1971 nach Linz, wo er dem Auftrag nachkam, im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern die Labordiagnostik aufzubauen. 2005 ging er als angesehener Primarius in Pension. Äußerst interessiert war Hohenwallner an Reisen, vorzugsweise Schiffsreisen, auf die er sich akribisch genau vorbereitete und die Eindrücke fotografisch festhielt. Manchmal blitzte daheim auch eine weitere Begabung des vielseitigen Primars durch, wenn er sich an seinen Stutzflügel setzte und spielte. Mehr musikalischen Genuss machten ihm und seiner Frau jedoch die Abonnement-Konzerte in Linz oder bei den Salzburger Festspielen, die für sie ein Fixpunkt waren. Große Genugtuung verspürte Hohenwallner an seinen acht Enkel- und den fünf Urenkelkindern und hier besonders daran, dass er sein künstlerisches Talent an den einen oder anderen Nachkommen vererbt zu haben scheint. Freude bereitete ihm aber auch der Umstand, dass deren Wohnungen mit seinen Gemälden reichlich ausgestattet sind, „weil er schon immer wissen wollte, wo seine Bilder hängen“, wie Gattin Ursula sagt.




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