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Dr. Primus Michelic aus Linz (1929 - 2019): Ein Primus bei allen Herausforderungen

Es kann für Menschen durchaus eine Belastung darstellen, den Vornamen Primus zu tragen. Bei Primus Michelic war das nicht der Fall. In Slowenien, der ursprünglichen Heimat seiner Vorfahren, ist der Name außerdem durchaus üblich. Die Familie zog später in die slowakische Hauptstadt Pressburg, wo der Vater von Primus Michelic eine Spenglerei betrieb. Die politischen Umwälzungen im zu Ende gehenden 2. Weltkrieg brachten es mit sich, dass die Familie 1945 vor der russischen Front die Flucht ergreifen musste. Ohne jedes Hab und Gut ließen sich die Eltern mit den drei Kindern in Weichstetten nieder. Der Vater fand Arbeit in der Voest, die Kinder besuchten die Schule, Primus machte seinem Namen alle Ehre. „Vielleicht war er nicht immer der Klassenprimus, aber nie weit entfernt davon. Sein Name hat ihn jedenfalls nie belastet“, sagt Sohn Robert, der Direktor des Linzer Landwiedgymnasiums. Für sein Jusstudium wechselte Primus nach Innsbruck, was neben der beruflichen Ausbildung auch sein privates Lebensglück bedeutete, lernte er dort doch seine spätere Gattin Edeltraud kennen. Sie zog mit ihm nach Linz zurück, drei Kinder wurden geboren, Primus wurde zum Sekretär von Landeshauptmann Heinrich Gleißner berufen. Um den Kindern näher zu sein, ließ sich Michelic nach einiger Zeit aber in die Landesverwaltung versetzen, wo er zunächst in der Abteilung Wasserrecht, später im Energierecht Verantwortung trug. Die Turbulenzen rund um die Errichtung des Traunkraftwerks Lambach fielen genau in seine Zeit, Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer lobt Michelic in höchsten Tönen: „Hofrat Michelic war ein sehr korrekter, aber umgänglicher Beamter. Ihm war die Gleichberechtigung aller vor dem Gesetz wichtig und er erwies sich in allen Fragen als hochkompetent“. Nach seiner Pensionierung steckte Primus Michelic viel Energie in die Gestaltung seines alten Forsthauses in Pierbach, wo er große Freude und Geschick an den Tag legte. Das Physikstudium seines Sohnes Robert verstand er auch für seine weitere Tätigkeit im Umweltsenat zu nutzen, als es um die Errichtung der umstrittenen 110-kv-Leitung in Salzburg ging. „Er wollte alles um die Strahlung wissen, um zu verstehen, worüber dabei eigentlich gestritten wurde“, sagt Robert.



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