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Dr. Peter Konecny aus Freistadt (1943 - 2020): Penibler Spezialist für knifflige Rechtsfragen

Seine Persönlichkeit war Respekt einflößend und es galt als ratsam, sich mit ihm lieber keinen Streit anzufangen: der Herr Notar war ein exzellenter Kenner seines Faches und ein Spezialist für Details. Wessen Vertrauen er sich aber sicher sein konnte, der stand unter seinem Schutz. So charakterisieren Freunde und Bekannte den Juristen weitgehend übereinstimmend. Zuvorderst das Bundesheer, dessen Milizoberst Peter Konecny war, 1993 war er sogar der Jüngste in der Riege. Dann der Kameradschaftsbund: Seine Verbundenheit mit dieser Organisation machte ihn 1992 zum Landes-Vizepräsidenten. Aus der Zeit kennt ihn der heutige Landes-Präsident Johann Puchner, der nur lobende Worte über seinen Kollegen findet: „Konecny konnte sehr gut zuhören, machte sich ein Bild und traf dann klare Entscheidungen. Er war ein wirklich guter Kamerad“. Bestätigung erhält diese Anerkennung auf der Freistädter Bezirksebene. Der frühere Obmann Gerhard Mark fand bei Konecny „ein immer offenes Ohr für die Anliegen des Kameradschaftsbundes.“ Zur Welt kam Konecny in Klosterneuburg als Sohn einer Schneiderin und eines Fleischermeisters. Der Krieg zwang die Familie 1945 zur Flucht, was auf dem allerletzten Donaudampfer nach Passau gelungen ist. Im selben Jahr kam Peter zu einer Tante nach Mondsee. Eine Blinddarmentzündung hätte 1946 beinahe sein Lebensende bedeutet: eine dringend nötige Operation war unmöglich, Rettung verschaffte Penizillin, das ein Onkel von einem amerikanischen Militärarzt besorgte. Nachdem Peters Vater aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war, übersiedelte die Familie 1948 nach Wien. In Waidhofen an der Ybbs absolvierte Konecny das Gymnasium. Den Präsenzdienst beim Bundesheer leistete Konecny als einjährig Freiwilliger in Freistadt, das er als Milizoffizier wieder in Richtung Wien zum Studium verließ. Eigentlich wollte Peter ja Geschichte oder Archäologie studieren. Sein damaliger Schwiegervater, ebenfalls ein Notar, überredete ihn aber zu Jus. Nach Abschluss des Studiums in Wien trat er dem Cartellverband ÖCV bei der Austro Danubia zu Linz bei, gemeinsam übrigens mit dem bereits verstorbenen Generaldirektor Ludwig Scharinger. Beruflich arbeitete Konecny nach seinen Ausbildungsjahren als Notar in Aigen von 1976 – 1984, danach bis 2012 in Traun. Dort lernte ihn der ehemalige Landeshauptmann Josef Pühringer schätzen. „Konecny war ein genauer und gestrenger Mann, der es einem aber nicht übelgenommen hat, wenn man anderer Meinung war.“ Aus drei Ehen war Konecny Vater von vier Kindern und 3 Enkelkindern. „Ungemein gefreut hätte er sich, mit dem noch nicht geborenen Enkelkind und seinem Dackel August durch die Freistädter Innenstadt gehen zu können“, sagt Witwe Elisabeth. Sein plötzlicher Tod erfüllte ihm diesen Wunsch leider nicht mehr.




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