Suche
  • bert brandstetter

Dr. Karl Kaltenböck aus Gallneukirchen (1927 - 2020): Der singende Tierarzt

Bis zu seinem 16. Geburtstag verlief das Leben von Karl Kaltenböck in relativ sicheren und ruhigen Bahnen. Der Vater amtierte als Tierarzt in Gallneukirchen, Karl wuchs mit seinen drei Schwestern in der Dienergasse auf, mit dem 2. Weltkrieg kam er 1944 direkt in Berührung, als dieser schon fast am Ende war. Ein Mitschüler nach dem anderen wurde einberufen, Karl genauso. Die größten Entbehrungen überlebte er, wie er einmal schrieb, „dank meines ausgeprägten Glaubens“ in einem amerikanischen Gefangenenlager in Salzburg: Kaum zu essen vegetierten die Männer 40 Tage lang so recht und schlecht. Karl Kaltenböck sagte später, in dieser Zeit staunen gelernt zu haben, dass trotz aller widriger Umstände doch alles wieder gut werde. Staunen wurde von dieser Zeit an zu seinem Lebensprinzip. Nach dem Krieg studierte er in Wien Veterinärmedizin und übernahm die Praxis seines Vaters. Seine Frau Gertrude, eine ausgebildete Lehrerin, war schon seit Kindheitstagen mit einer seiner Schwestern befreundet und daher oft im Hause Kaltenböck. Sie wurde zur Mutter ihrer acht Kinder, von denen drei Söhne wiederum Tierarzt wurden, zwei weitere Kinder, eine Tochter und ein Sohn wandten sich der Humanmedizin zu und wurden Ärzte. „Den Grund dafür vermutet Tochter Gertrude Berger darin, „dass in unserer Familie Naturwissenschaft immer ganz selbstverständlich präsent war“. Zeit für die Familie fand Karl wenig, „viel zu wenig“, wie er später einmal bedauerte. Der riesige Rayon verlangte ihm alles ab, weil der Weg zu seinen Bauern vor allem in den schneereichen Wintermonaten mehr als beschwerlich war. Aber er packte seine Kinder immer wieder in das Auto und ließ sie miterleben, was ihr Vater in seinem Beruf denn so macht. „Er war ein super Tierarzt, wir waren ja nicht nur Nachbarn, sondern auch Cousins und wir sind immer bestens miteinander ausgekommen“, sagt Fleischer Anton Riepl, bei dem Kaltenböck die Fleischbeschauen durchzuführen hatte. Voll der wertschätzenden Worte über Karl Kaltenböck ist auch Angela Mayr aus Kelzendorf in Alberndorf. „Er war als Tierarzt eine Respektperson, ein wirklich feiner Mensch, der für jede Kleinigkeit so unendlich dankbar war und den man einfach mögen musste“. Viele Jahre seiner Pension verbrachte Kaltenböck mit der Pflege seiner krank geworden Frau Gertrude, sie diktierte ihm in ihrer letzten Lebensphase noch ein Kochbuch, um sich nach ihrem Tod versorgen zu können, und tatsächlich: Karl Kaltenböck lernte gut zu kochen, was vor allem seine Söhne gern bestätigen, wann immer sie an seinen Tisch kamen. Solange es ihm gesundheitlich möglich war, besuchte er Bewohner des Seniorenheimes „Abendfrieden“. Jeden Freitag um 15 Uhr hielt er dort bis zuletzt Singstunden. Erst ganz vor Kurzem übersiedelte er selbst in dieses Heim. Diese Periode sollte aber nur wenige Tage dauern, Karl Kaltenböck verstarb am Morgen des 2. Jänner. 8 Kinder, 13 Enkel und 4 Urenkelkinder trauern in besonderer Weise um ihn. Sein Begräbnis findet am 11. Jänner um 9 Uhr 30 in der Pfarrkirche Gallneukirchen statt.



126 Ansichten

0043 664 4559171

©2019 Gute Nachrede. Erstellt mit Wix.com