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  • bert brandstetter

Dr. Josef Wimmer aus Linz (1939 - 2019): Priester mit großem Interesse für die weite Welt

Aktualisiert: 20. Dez 2019

Er hatte alle möglichen Titel, die man sich vorstellen kann: Doktor, Konsistorialrat, Hofrat - und wurde von den meisten, die ihn kannten, einfach Burli genannt. Der zu einem honorigen Priester und Pädagogen absolut unpassende Spitzname machte ihm aber nichts aus, charakterisierte er doch eine absolut nette Wesensart, die Josef Wimmer zu eigen war. Als ältester Bub von fünf Bauernkindern in Gunskirchen verspürte er das Bedürfnis, mehr lernen zu wollen als damals üblich war und landete mit diesem Wunsch im Bischöflichen Gymnasium Petrinum. Damit tauchte er in der damaligen strengen Internatsschule in eine Gemeinschaft ein, die bis zu seinem Tod Bestand hielt. Ein Merkmal dieser Freundschaft war das regelmäßige Tarockspiel. Burli wollte Priester werden, war nach den damaligen strengen Regeln zum Abschluss seiner Ausbildung zu jung für den Beruf. Zur Überbrückung schlug ihm der Regens des Priesterseminars vor, in Salzburg das Doktorat zu machen. 1963 war die Weihe möglich, Josef wurde Kaplan in Schönau und Gutau und kam dann wieder ans Petrinum, diesmal als Präfekt. Seinen Schützlingen war er so wie seinen früheren Schulkollegen als sehr netter und offener, auch sehr sportlicher Erzieher in Erinnerung. „Ich sehe ihn vor mir als begeisterten Radfahrer“, sagt etwa Alfred Kimberger, der spätere Bezirkshauptmann von Schärding. Oder Alois Füreder, ehemals Mathematikprofessor am Petrinum: „der Josef war ein sehr guter Kamerad, mit dem gemeinsam ich später viele Reisen vorbereitet habe“. Das Reisen war eine der Leidenschaften von Josef Wimmer. Möglichst viel von der Welt sehen und das auch anderen zu vermitteln war seine Absicht. Als er nach seiner Petrinerzeit Professor am Honauergymnasium und dann Direktor an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik,beziehungsweise Fachinspektor wurde, wandte er immer mehr Zeit dafür auf, die Welt zu studieren. In der Linzer Pfarre St. Franziskus, wo er bis 2014 Pfarrer war, gab es viele Nutznießer dieses Hobbys, die von ihm geleiteten Reisen galten als garantierte Erlebnisse. Nach seiner Emeritierung blieb Wimmer seiner Pfarre als „eiserne Reserve“ treu, wie Diakon Josef Lengauer bestätigt. „Auf den Josef haben wir uns immer verlassen können, zum Glück haben wir im März noch ausgiebig seinen 80-er gefeiert“. Herz- Kreislaufprobleme schränkten zuletzt seine Mobilität massiv ein, „mein Bruder hat auch sehr gelitten darunter, nicht mehr Auto fahren zu dürfen, weil es ein Sicherheitsproblem gewesen wäre“, wie Bruder Walter sagt, der als jüngstes Familienmitglied ebenfalls Priester geworden ist.



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