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Dieter Matschiner aus St. Valentin (1945 - 2019): Ein großer Gestalter der heimischen Wirtschaft

Es war die Bahn, in der Dieter Matschiner sein Lebensglück gefunden hat. Auf der Fahrt zur Schule lernte er Doris Keuchel kennen und lieben, beide waren erst 16. Trotzdem hielt diese Beziehung, die 1967 zur Ehe wurde, über 50 Jahre lang. „Er war ungemein liebevoller Familienmensch, ihm war wichtig, dass wir alle zu Mittag rund um den Tisch saßen“, sagt Tochter Uta, die seit der Pensionierung ihres Vaters 2008 seine mad GmbH führt. In ihr engagiert ist bereits deren Sohn Max, auf dessen bisherige künstlerische und technische Leistungen er bereits sehr stolz geblickt hat. „Mein Vater war bei jedem Blödsinn gern dabei“, sagt Tochter Uta und sie spielt dabei nicht nur auf die von ihm gegründete Linzer Faschingsgilde „Narralentia“ an. Als „besonnenen, kreativen Menschen, der mir immer auf Augenhöhe begegnet ist“, behält die Bürgermeisterin von St. Valentin, Kerstin Suchan-Mayr, Dieter Matschiner in Erinnerung. „Er war überhaupt nie irgendwie abgehoben“, sagt sie, was angesichts der Überfülle von Werken durchaus verständlich gewesen wäre. Begonnen hat das Leben Matschiners in Grieskirchen, bereits mit fünf übersiedelte die Familie in das Elternhaus der Mutter nach St. Valentin. Der Vater war an den Kriegsfolgen verstorben, als Dieter zwei war. Die künstlerische Begabung führte ihn an die Linzer Kunstgewerbeschule, danach an die Akademie der Bildenden Künste in Wien. Der Abschluss wurde dem 22-Jährigen versüßt durch den Meisterschulpreis. Bereits der erste große Auftrag war prominent und wurde ein Riesenerfolg: die 1. Max Reinhard-Gedächtnisausstellung in der Aula der Kunstakademie. Was folgte, ist ein Bilderbuch nahezu unzähliger Architekturprojekte in aller Welt, zum Beispiel sogar in den USA. 1968 arbeitete Matschiner als Filmarchitekt bei der 20th Century Fox für einen Film von John Huston. Ganz wesentlich prägte Matschiner in den Jahren darauf unter anderem die Lentia City, die Plus City, die Lebensbühne der Firma Schachermayr in fast allen Bundesländern. „Ich baue Simultan-Welten, die zum Kaufen anregen“, war einer seiner öfters zitierten Konzepte. Plus-City-Chef Ernst Kirchmayr: „Ohne seine Genialität, seinem unermüdlichem Engagement und seinem einzigartigen Gefühl für das Kundenfeeling würde die Pluscity mit Sicherheit nicht so attrativ aussehen! Herr Matschiner hat ihr damit einen unvergleichlichen Spirit verliehen!“ Oft sorgten Matschiners ungewöhnliche Konzepte für Messestände für Staunen und Beachtung. Nie vergessen hat er dabei seine Heimatstadt, in der er nach wie vor lebte. Für sie entwarf er das Stadtwappen, er plante die Stadterhebungsfeiern und lebte mit Herz und Seele für das Stadtmuseum, das er jetzt noch für eine keramische Sammlung aus seinem Besitz erweitern wollte. Matschiner war nicht nur am Zeichentisch und bei seinen Projekten anzutreffen. Wie vielseitig er war, beweist sein Engagement als Manager für die damalige Profiband „the Pop Corns“ aus St. Valentin. Kino und Jazz waren ganz wichtige Begleiter für ihn. „Ein wichtiges Hobby waren die Flohmärkte. Dort schaute er sich um und traf Freunde“, sagt Tochter Doris. Sogar für den Turnverein habe er gearbeitet, aber nie als Sportler, wie sie sich erinnert. Seine Devise habe sich an Winston Churchill gehalten: „No sports“. Vor zweieinhalb Jahren begann sich in Matschiners Körper ein aggressiver Krebs auszubreiten, der ihn zuletzt die ganze Kraft kostete und das Leben nahm. Dieter Matschiner wird in „seinem“ Museum im kleinen Kreis verabschiedet.




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