Suche
  • bert brandstetter

DI Dr. Ernst Knoglinger: Atomphysik im kleinen Finger

Ein Leben, das mit einem international angesehenen Atomphysiker geendet hat, nahm seinen Anfang in Ried im Innkreis. Weil sich der dortige Englischlehrer Knoglinger aber nach Peuerbach versetzen ließ, wuchs Ernst Knoglinger im Hausruckviertel auf, machte die Matura und inskribierte an der Universität Wien. „Das war selten damals, mein Vater nutzte aber die damalige Aufbruchsstimmung für Naturwissenschaften, die nach dem Krieg vorhanden war“, sagt Sohn Ludwig. Den ersten Job bekam sein Vater Ernst in den Linzer Stickstoffwerken, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder und der Mutter wohnten sie damals bei der Oma, bevor die Familie in der Liebigstraße eine Werkswohnung beziehen konnte. Als Spezialist für Atomphysik sah Vater Ernst wenig Zukunft in Österreich, weshalb er mit Sack und Pack nach Frankfurt zog, wo er bessere Forschungsbedingungen vorfand, ein paar Jahre später war Mannheim sein Standbein. Ohne die inzwischen erwachsenen Kinder (Sohn Ludwig lebt unter dem Künstlernamen Ripoff Raskolnikov als Bluesmusiker, Singer-Songwriter und Gitarrist in Graz, Sohn Ernst leitet im deutschen Harz eine Klinik als Internist) übersiedelte das Ehepaar Knoglinger bis zur Pensionierung 1996 in die Schweiz und dann wieder zurück nach Linz. Das Leben als Pensionist wollte Ernst Knoglinger nicht so recht genießen: „mein Vater hatte außer dem Tennisspiel kaum ein Hobby und war sozial eher zurückgezogen“, sagt Ludwig, „am liebsten rechnete und forschte er und er publizierte fast bis zuletzt ständig“. Vor zwei Jahren erlitt Ernst Knoglinger einen Schlaganfall und „kämpfte verbissen dafür, wieder ohne Rollator gehen zu können“. Vor zwei Wochen starb Erika, die Gattin Knoglingers, mit der er 64 Jahre verheiratet war. Man werde sich von beiden an einem noch nicht definierten Termin gemeinsam am Linzer Urnenhain verabschieden, so die Familie.




4 Ansichten

0043 664 4559171

©2019 Gute Nachrede. Erstellt mit Wix.com