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Anton Streif (1937 - 2018) Anton der Vierte von Weilbach

„Wenn du Sorgen hast, dann geh ins Holz. Wenn du heimkommst, sind sie weg!“ Diese oft gehörte Empfehlung könnte das Lebensmotto des rührigen Weilbachers gewesen sein, der am Silvestertag für immer die Augen schloss. Der Wald war mit allem, was dazugehört, die Welt des Verstorbenen. Schon sehr früh war er damit in Berührung gekommen, als sich im elterlichen Bauernwirtshaus in der Ortschaft Voitshofen die jagdliche Welt des Bezirkes regelmäßig beim damaligen Jagdleiter Anton III. Streif traf. Sohn Anton, er war der vierte Träger dieses Namens in der Familie Streif, sollte die Agenden von seinem Vater Anton III. als Ältestes von drei Kindern übernehmen, das Leben hatte mit ihm aber Anderes vor. Er machte noch die Landwirtschaftsschule, danach aber auch die Hotelfachschule und zog mit seiner Christl nach Braunau, wo die beiden eine der Metzger-Filialen ihrer Familie übernahmen. Dort knüpfte Anton Streif Kontakt zur Schlaraffia Brundunum, einer weltweit agierenden Freundschaftsverbindung, ausschließlich von Männern getragen. Solange es seine Gesundheit zuließ, nahm er gerne an Besuchen anderer „Reiche“ teil, wie Vereine der Schlaraffia in anderen Ländern genannt werden. Auch in diesem Kreis von etwa 40 Gleichgesinnten fühlte er sich äußerst wohl, seine Frau lernte die Männerriege ebenfalls kennen, weil sie gerne für sie Stierhoden zubereitete, von den Schlaraffen als Förderer der Manneskraft angesehen. Anton trug innerhalb der Schlaraffia den Mitgliedsnamen „Lukullotzi“, ein Hinweis wohl auf dessen lukullische Interessen. Sie galten nicht nur gutem Essen, sondern auch dem Bier und dem Most: in Sachen Bier war Streif Teilhaber der Rieder Brauerei, in Sachen Most war er Mitglied beim überregionalen Stammtisch „Innviertler Mostschädln“. Seine wichtigsten Menschen fand Anton aber immer im Kreis seiner Familie, deren Zusammenhalt ihm ein großes Anliegen war. Im familiären Umkreis von Gattin Christl, den Familien seiner Kinder Christine, Toni und den vier Enkelkindern war auch die Ausübung der Jagd angesiedelt. „Er war ein Heger und ein absoluter Naturmensch“, bestätigt Sohn Anton V. So sehr, dass er noch wenige Monate vor seinem Tod wenige Stunden nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mit ihm auf die Jagd ging. Mit enormem Jagdglück noch dazu: „kaum saß er auf dem Hochstand, fiel ein Schuss. Es war der Bock, den er zu seinem 80-er nicht bekommen sollte“, und „der wurde außerdem mit einer Broncemedaille ausgezeichnet“, freut sich auch Jagdleiter Ludwig Ortmair. Die Begeisterung für den Forst blieb nicht ohne Folgen. Sohn Anton baute in Weilbach sehr zur Freude des Vaters einen Betrieb zur Waldbewirtschaftung auf und Enkel Anton VI. besucht bereits die Försterschule, um dereinst vielleicht diesen Weg weiter zu gehen.


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