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Anneliese Neumann aus Gmunden (1928 - 2019): Eine Mutter, wie man sie sich nur wünschen kann

Aktualisiert: 25. Dez 2019


Am 16. September 1928 wurde Anneliese Neumann in Gmunden geboren.

Die junge Anneliese Narbeshuber besuchte das Gymnasium in Gmunden und wuchs in der schwierigen Zeit des 2. Weltkrieges auf. In der Folge studierte die Tochter einer Gmundner Ärztefamilie in Graz. Dort lernte sie einen jungen Technikstudent kennen, den ebenfalls aus Gmunden stammenden Hugo Neumann, der später als Geschäftsführer bei Stern und Hafferl tätig war. Die beiden verliebten sich Hals über Kopf ineinander. Anneliese war erst 20, als bereits die Hochzeitsglocken läuteten.

Mit der Geburt ihrer ersten Tochter erklärte sie ihre Familie zu ihrer wichtigsten Aufgabe und hielt das auch so, bis die Kinderzahl mit 2 Mädchen und 4 Buben komplett war. Problemlos verlief keine ihrer Geburten, alle sechs waren als 7-Monatskinder Frühgeburten und dies war zur damaligen Zeit nicht wirklich leicht zu bewältigen. „Sie ist eine Mutter wie man sich nur wünschen kann“, rühmten sie ihre Kinder schon zu Lebzeiten.

Oberstes Ziel ihrer Erziehung war die Ausbildung ihrer Kinder, und Anneliese Neumann

legte auch immer großen Wert auf Sparsamkeit.

So wurden die Kinder dazu erzogen, daß sie sich in ihrem Leben das was sie wollen auch erarbeiten müssen. Und wie bei 4 Lausbuben üblich fand sie auch immer das richtige Maß an Strenge in Ihrer Erziehung.

Anneliese Neumann war keine Dame der Gesellschaft. In Vereinen war sie nicht engagiert, ihr Fokus war das Wohl der Familie.

Dass das Leben auch anders verlaufen kann, erlebte sie als junges Mädchen, als ein Zug von KZ-Häftlingen direkt an ihrem Elternhaus vorbeigetrieben und einige Männer brutal nieder geknüppelt wurden. Das hat ihr Leben einschneidend geprägt, davon hat sie immer wieder gesprochen, aber noch mehr: Anneliese begab sich damals auch mit ihrer älteren Schwester und dem jüngeren Bruder mehrmals zu den Häftlingen nach Ebensee, um den ausgehungerten Menschen unter Lebensgefahr Essen zuzustecken.

Zu Weihnachten setzte sich die musische Anneliese gern an das Klavier oder griff zur Flöte, um gemeinsam mit den Kindern den Heiligen Abend zu verschönern, Vater Hugo war zuhörend dabei.

Hugo Neumann starb am 24 Dezember 2012, Anneliese kam nur schwer über seinen Tod hinweg und verbrachte die letzten Lebensjahre im Rollstuhl zuhause, bestens betreut von einer Pflegerin und den Kindern.

Hier galt Ihre Liebe den Enkelkindern und Urenkeln, die immer wieder, sie voller Freude gemeinsam mit den Kindern besuchten.

Ihre Liebe war einzigartig „Auch als sie in den letzten Tagen schon nicht mehr reden konnte, drückte sie Ihre Kinder umarmend und bedankte sich für alles.

Nun ist sie im 92 Lebensjahr mit einem erfüllten Leben und mit einem Lächeln auf den Lippen in den ewigen Schlaf eingegangen.

Sechs Kinder, 14 Enkelkinder und 15 Urenkel haben Anneliese Neumann am Tag vor dem Heiligen Abend in Gmunden verabschiedet.





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