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Anna Maximiliane Hein aus Bad Ischl (1940 - 2020): Die Frau des Pfarrers

„Das ist meine Frau“. So hat mir Hans Maislinger vor einiger Zeit Maxi Hein vorgestellt und erst danach kam mir zu Bewusstsein, dass mir gegenüber noch selten ein aktiver Priester so entschieden zu seiner Partnerin gestanden war. Hans Maislinger ist der pensionierte Pfarrer von St. Markus am Linzer Gründberg und schon seit seiner Kaplanszeit in Christkönig mit Familie Hein verbunden. Jetzt ist seine Maxi verstorben und Hans trauert mit ihren drei Kindern so um sie wie viele andere Witwer auch. Maxi Hein war ein Oma-Mädchen. Bei ihr in Grünau fühlte sie sich wohl und geborgen, bei ihr reifte wohl auch der Entschluss, Lehrerin werden zu wollen. Im damaligen Zell bei Zellhof begann sie 1959 mit dem Schuldienst, zwei Jahre später heiratete sie ihren Kollegen Helmut, drei Kinder folgten und es entspricht der Exaktheit von Maxi, dass die drei nach dem Alphabet benannt wurden: A, B, C für Andrea, Barbara und Christian. Um den Kindern bessere Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten, zog die Familie nach Urfahr. Maximiliane Hein unterrichtete an der Karlhofschule, sie engagierte sich massiv für den Aufbau der Vorschule, kam an die Auhofschule und schließlich nach St. Magdalena, wo sie ab 1992 bis zu ihrer Pensionierung 1999 Direktorin war und in der Zeit sogar mit dem Computer wohl oder übel umzugehen lernte. Außerschulisch war die Pfarre Christkönig ihre Heimat, später, als Familienfreund Hans Maislinger die neue Pfarre St. Markus übernahm, arbeitete sie dort für alles, was die Pfarre betraf: Pfarrgemeinderat, Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Flohmarktverkäuferin. Im Lauf der Zeit wurde die Beziehung zu ihrem Mann brüchig, das Paar trennte sich in der Zeit, als die Kinder bereits großteils ausgeflogen waren. Immer mehr rückte Pfarrer Maislinger in Maxis Leben, er war zuvor bereits zum Firmpaten ihres Sohnes Christian geworden. Mit Hans gemeinsam bezog sie schließlich eine Wohnung und vor allem ein kleines Häuschen in ihrem geliebten Salzkammergut. Bad Ischl war fortan das Zentrum der gesamten Familie mit den sechs Enkelkindern. „Hans öffnete unserer Mutter den Sinn für die Kunst“, sagen die Kinder. Mit ihm besuchte sie Theatervorstellungen in Linz und Salzburg, mit ihm wuchs ihr Verständnis für die Malerei, dessen Leidenschaft für Künstler wie Rudolf Leitner-Gründberg, Hubert Nitsch oder Erich Wulz sie bald teilte. Geteilt hat Maxi Hein freilich auch das Leid mit ihrem Hans, als ihm eine Zehe amputiert werden musste. Nicht nur in diesem Fall erwies sie sich als „liebevolle und geduldige Heilende, die bei ihren Angehörigen immer wieder große und kleine körperliche und seelische Wunden zu heilen verstand“, wie ihr Sohn Christian in seiner Predigt beim Begräbnis anmerkte. Äußerst geschickt und fleißig wird Maxi Hein beschrieben. Sie verstand es, Fliesen zu legen, wunderbar zu kochen, zu stricken und zu nähen. Und sie war sparsam: aus der Gendarmerie-Uniform ihres Vaters fertigte sie Kindermäntel. Ihren Enkelindern war Maxi-Ooooma alles, vielleicht so etwas wie ein Schutzengel, weil Engel als Zeichen der Geborgenheit in der Partnerschaft mit Hans einen sehr hohen Stellenwert einnahmen. Vor zwei Jahren begannen ihre Kräfte zu schwinden. Erst im vergangenen April wurde die Ursache dafür gefunden: Lymphdrüsenkrebs im letzten Stadium. „Wir hatten glücklicherweise viele Wochen Zeit, von Maxi Abschied zu nehmen und sind dafür sehr dankbar“, sagt Hans, der zwar seine geliebte Partnerin verloren hat, aber von deren Kindern und Enkelkindern getragen wird.



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