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  • bert brandstetter

Aloisia Schippany aus Pregarten (1942 - 2020): Hebamme für 2000 Kinder

Das Leben von Aloisia entschied sich eigentlich schon in der Schule von Liebenau: dort fiel auf sie der Blick ihres Schulkollegen Hans, an dessen Seite sie bis zu ihrem Tod bleiben sollte. Eine große Familie wollten beide haben, doch Liebenau bot dafür wenig Chancen. Als 7. Kind war Aloisia unter einfachsten Verhältnissen herangewachsen und sie wusste schon bald, welchen Beruf sie ergreifen wollte. Dafür nahm sie entsprechende Entbehrungen in Kauf. Die Ausbildung zur Hebamme absolvierte sie in Salzburg. Mit ihrem Mann war sie inzwischen nach Pregarten gezogen. Dort stellten sie „quasi aus dem Nichts ein Haus hin“, wie Tochter Elisabeth Waldhör erzählt. Vier Kinder kamen nach und nach zur Welt, bevor Aloisia 1985 wieder mit ihrem Beruf als Hebamme begann. Einen idealen Arbeitsplatz fand sie als Freiberufliche bei den Diakonissen in Linz. Sie als Hebamme zu bekommen, scheint das große Glück vieler Frauen gewesen zu sein. Denn Aloisia Schippany wird in ihrem Fach als wahre Wohltat beschrieben. Nie ungeduldig, immer ruhig, geduldig und für den Fall der Fälle mit homöopathischen Pillen ausgestattet, so wird sie beschrieben und auf diese Weise hat sie mehr als 2000 Kindern zum Leben verholfen. Zwei davon hat die Hautärztin Birgit Raffier zur Welt gebracht, die „ihre Loisi“ als weise Frau erlebt hat. Oder eine andere Frau, die Loisi als Hebamme begleitet hat: „Sie war so eine Liebe und verstand es, die Menschen sehr behutsam und voller Wertschätzung ins Leben hinein zu begleiten.“Für damalige Zeiten noch eher ungewöhnlich gestaltete sie den Kreissaal mit Duftölen als Wohlfühlort und betreute die gebärenden Frauen äußerst ruhig und liebevoll. Aus der Ruhe konnte sie auch in ihrem privaten Leben nichts bringen. Gemeinsam mit ihrem Mann ermöglichte sie allen vier Kindern ein Studium, versorgte bei Bedarf ihre neun Enkelkinder und fand noch ausreichend Zeit für das pfarrliche Engagement. Pfarrer August Aichhorn lobt seine Lektorin und Kommunionspenderin über alle Maßen als Frau, der die Entwicklung der Pfarrgemeinde ein großes Anliegen war: „Frau Schippany war traditionell verwurzelt, aber immer offen für Neues“. Die Basis dafür dürfte in ihrem Elternhaus gelegt worden sein, wo sie schon bald für die katholische Jugend aktiv war. Dass es mit ihr zu Ende geht, dürfte Aloisia Schippany gespürt haben. In vielen Telefonaten habe sie sich zuletzt auffällig bedankt für alles, erinnert sich Pfarrer Aichhorn. Ihre Beliebtheit habe sich auch an dem Umstand gezeigt, dass wenige Tage nach ihrem Tod die Andachtsbilder nachgedruckt werden mussten.




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