Suche
  • bert brandstetter

Ing. Alois Starlinger aus Braunau (1938 - 2020): Mit Zähigkeit zu beruflichem und sportlichem Erfolg

Missgeschicke im Haushalt müssen nicht immer nur negativ gesehen werden. Für Alois Starlinger bedeutete ein kaputter Boiler das große Lebensglück. Als gelernter Elektriker konnte er das Gerät wieder in Gang setzen. Sein Herz ist aber an Edith, der Tochter des Hauses hängen geblieben. 1961 wurde geheiratet und Lois hatte seinen Lebensmittelpunkt gefunden. Die Jahre zuvor waren schwierig für ihn. Aufgewachsen in Pfaffstätt musste er es als jüngstes von fünf Kindern im 10. Lebensjahr verkraften, dass seine Mutter starb. Der Vater arbeitete als Hüttenwirt und war kaum zu Hause, Alois wurde von seiner einzigen Schwester aufgezogen. In der AMAG lernte er Elektriker, fühlte sich damit aber noch nicht ganz ausgelastet. In extrem anstrengenden Abendkursen brachte er es zum Werkmeister, zusätzlich absolvierte er neben seiner Arbeit die Abend-HTL. Als frischgebackener Ingenieur erhielt er dann einen Posten in der Personalabteilung der AMAG, der er bis zur Pensionierung treu blieb. Die Zähigkeit, die Alois Starlinger bis dahin an den Tag legte, verdankte er sicher seinem Hobby, das er seit Lehrlingszeiten mit höchster Ausdauer betrieb: dem Rennradfahren. Siege bei Kriterien in Braunau und Linz gipfelten schließlich bei der Teilnahme an der Österreich-Radrundfahrt. Später, als er in seiner Freizeit Leiter des ARBÖ – Radsportteams Ranshofen war, brachte er es noch zum Staatsmeister im Querfeldein. Walter Obersberger, erfolgreicher Radsportler, erinnert sich gut an Starlinger als unnachgiebigen Motivator, der für seinen Verein alles investiert hat. „Um den alten Bus wegzubekommen, mit dem wir zu den Radrennen gefahren sind, richtete er selbst einen Peugeot zu einem idealen Gefährt her, in dem wir sogar unsere Sitzungen zu sechst abgehalten haben“. Lange Jahre widmete Starlinger seine Zeit der Politik. In Braunau war er Ersatzmitglied des Gemeinderates, im Bund sozialistischer Akademiker des Bezirkes führte er den Vorsitz, sein guter Ruf drang bis nach Linz. Erich Haider, damals Vorsitzender der Landes-SPÖ, fällt als Erstes ein, dass Starlinger bei keiner einzigen Sitzung gefehlt hat. „Er war aber eher ruhig und sehr philosophisch interessiert“, sagt Haider, der ihn darüber hinaus als sehr hilfsbereit und menschlich in Erinnerung hat. Fehlt noch die ganz private Seite des Lois Starlinger: Neben seinen bereits erwähnten beruflichen Ausbildungen baute er für seine Familie, die durch Sohn Alois und Tochter Evelyn komplettiert wurde, in viel Eigenregie ein Haus und unternahm mit ihnen viele Wanderungen und Bergtouren. „Mein Vater war extrem fit. Einmal bestieg er mit mir den Dachstein. Ich war mit 12 völlig fertig, mein Vater hingegen zeigte keine Spur von Ermüdung“, erzählt Sohn Alois, der so wie seine Schwester einen Doktorabschluss in der Tasche hat, wozu letztendlich ebenfalls der Fleiß und die Bescheidenheit seiner Eltern beigetragen haben. Als Sohn Alois für zwei Jahre in den USA lebte, stand natürlich ein Besuch seiner Eltern auf dem Programm. Sein Vater zeigte sich äußerst reisefreudig, mit Gattin Edith bereiste er die ganze Welt und gerne ließ er sich immer wieder als Reiseleiter bei GEO-Reisen engagieren. Riesenfreude hatte Alois bis zuletzt an seinen drei Enkelkindern Mike, Dave und Kim. Seit 2015 machte ihm eine heimtückische Krankheit schwer zu schaffen. Trotz mehrerer Operationen hörte man ihn nie darüber jammern, er gab sich optimistisch bis zum Schluss und zeigte sich für seine Nachkommen auch in dieser Hinsicht als bewundernswertes Vorbild.



54 Ansichten

0043 664 4559171

©2019 Gute Nachrede. Erstellt mit Wix.com